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Systemtheorie und Paradigmenwechsel - Auswirkungen auf Menschenbild, Familie, Erziehung

Systemtheorie und Paradigmenwechsel

 

Auswirkungen auf Menschenbild, Familie, Erziehung


1. Teil: Theoretische Grundlagen

a) Einführung

Jeder wissenschaftlichen Forschung liegt eine spezifische Fragestellung, Hypothese genannt, voraus. Sie entsteht aufgrund theoriegeleiteter Annahmen über einen Sachverhalt, der der Erklärung bedarf. Die Methoden, die zu ihrer Untersuchung angewandt werden, sind, grob gesagt, Induktion und Deduktion. Deduktion schließt das jeweils Besondere aus dem Allgemeinen, Induktion dagegen geht vom Besonderen aus und schließt von ihm aus auf das Allgemeine. Ziel dieses Verfahrens ist der „methodisch vorgenommene Versuch der Erkenntnisgewinnung“1, d.h. Verifikation oder Falsifikation des hypothetischen Ansatzes. Das Ergebnis ist damit von jedem überprüfbar und muß sich unter gleichen Bedingungen in gleicher Weise wiederholen lassen.

Notwendige Voraussetzung jeder Wissenschaft, die in der zuvor angerissenen Weise Erkenntnis erstrebt, ist die Annahme, daß es eine objektive Wirklichkeit außerhalb des subjektiven Erlebens gibt. „Ziel wissenschaftlicher Arbeit ist die Erarbeitung eines Systems objektiver Sätze, die diese Wirklichkeit abbilden. Der Begriff der Objektivität beinhaltet die Grundannahme einer nicht subjektiven Realität. Objektive Aussagen sind Sätze, die ´vom jeweiligen Wissenschaftler unabhängig´ ...sind.“2 Die Gültigkeit und Anwendbarkeit all dieser Erkenntnisse ist abhängig von ihrer Übereinstimmung mit der objektiven Realität, sie müssen „wahr“ sein auf der Grundlage von Wenn-dann-Beziehungen und der Logik, sonst können sie nichts erklären und auf ihrer Grundlage ist nichts vorhersagbar.

Warum nun diese theoretische Einführung? Sie enthält ja nichts Neues. Sie gibt die Auffassung von wissenschaftlicher Arbeit und Erkenntnisgewinnung wieder, wie sie unserem abendländisch-christlich orientierten Denken zugrunde liegt. Wir alle leben täglich mit dem überwältigenden Erfolg. Notwendig ist diese Einführung aber, um deutlich zu machen, welch ein Umbruch sich in diesem Bereich durch das abspielt, was sich „Systemtheorie“ nennt.

b) Wissenschaftsauffassung der Systemtheorie

Die Systemtheoretiker - zu nennen wäre hier vor allem Paul Watzlawick , der Begründer des sogenannten „Konstruktivismus“, - beziehen zu allen zuvor beschriebenen wissenschaftlichen Grundannahmen radikale Gegenpositionen. „Wirklichkeit“ ist für sie keine objektiv gegebene Realität, die traditionellen Forschungsmethoden werden abgelehnt, ebenso das Wenn-dann-Prinzip. Geprägt ist die systemtheoretische Wissenschaftsauffassung durch den extremen „Konstruktivismus“. Dazu sagt Watzlawick, der Begründer: „In seinem reinen radikalen Sinn ist der Konstruktivismus unvereinbar mit dem traditionellen Denken. So verschieden auch die meisten philosophischen, wissenschftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Weltbilder untereinander sein mögen, eines haben sie dennoch gemeinsam: die Annahmen, daß eine wirkliche Wirklichkeit nicht nur besteht, sondern daß sie von gewissen Theorien, Ideologien oder persönlichen Überzeugungen klarer erfaßt wird als von anderen.“3 Hier zeigt sich neben der Ablehnung einer „realen Wirklichkeit“ auch die Verneinung der objektiven Erkenntnisgewinnung durch Wissenschaft. „Mit der Ablehnung der Wissenschaft als bessere Form der Erkenntnisgewinnung bezieht Watzlawick und mit ihm die Systemtheorie einen relativistischen Standpunkt. Wissenschaft läßt sich in diesem Sinne von Nicht-Wissenschaft nicht mehr unterscheiden. ... Somit hebt Watzlawick den Wissenschaftsbegriff auf.“4 - „Systemtheoretische Forschung lehnt die Annahme einer objektiven, außerhalb des Subjekts bestehenden Wirklichkeit ab. Nach systemtheoretischer Auffassung ist das vermeintliche Erkennen von objektiver Wirklichkeit immer ein subjektives Erkennen. Nach Watzlawick (1994) kann der Mensch demnach nicht wissen, sondern im höchsten Fall glauben zu wissen. Wirklichkeit wird seiner Meinung nach nicht ge-funden, sondern er-funden. Wirklichkeit als subjektive Realität existiert also nur als Konstruktion von Menschen. Der Begriff Konstruktivismus, im Sinne des Konstruierens einer Wirklichkeit, macht diese Annahme als Kernthese Watzlawicks deutlich. ´Das vermeintlich Gefundene ist ein Erfundenes, dessen Erfinder sich des Aktes seiner Erfindung nicht bewußt ist, sondern sie als etwas von ihm Unabhängiges zu entdecken vermeint und zur Grundlage seines ´Wissens´ und daher auch seines Handelns macht.´5 Übereinstimmende Wirklichkeitsauffassungen sind nach Watzlawick auf Konsens beruhende Konstrukte. Gesellschaftliche, kulturelle Systeme bilden einen bestimmten Rahmen, in dem Realität als etwas ähnliches aufgefaßt wird. ´Die Wirklichkeit wird ja nicht vom einzelnen willkürlich und regellos konstruiert, sie ist eine Übereinkunft, das Produkt von Kommunikation.´6. Nach Watzlawick ist der Mensch zu keiner objektiven Erfassung der Wirklichkeit fähig, da es eine solche per se nicht gibt.“7

c) Forschungsmethoden der Systemtheorie

Da es nach dieser Auffassung keine Wirklichkeit an sich gibt, kann es logischerweise auch keine objektiv wahren Annahmen über die Wirklichkeit geben und keine Methoden, diese zu erfassen. Daraus folgt zunächst eine Relativierung von Theorien „Eine Theorie kann nie die Wirklichkeit perfekt abbilden, da es abstrakte Wirklichkeit nicht gibt, sondern nur Wirklichkeit in Beziehung auf den Beobachter.“8 - „Theorien sind demnach im besten Falle Instrumente zur Konstruktion eigener subjektiver Wirklichkeit. ... (Es kann) aufgrund dieser Annahme logischerweise auch kein objektives Kriterium zur Bewertung wissenschaftlicher Theorien (geben) . Nach systemtheoretischer Auffassung gibt es kein Merkmal der Unterscheidung von wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Theorien. Die einen sind so gut wie die anderen immer subjektiv Produkte des Beobachters. Wissenschaftliche Theorien sollen im Sinne der Systemtheorie Wirklichkeit handhabbarer machen. Sie dienen als Instrumente zur Wirklichkeitskonstruktion, müssen aber nicht ´wahr´ sein. ... Somit stellt die systemtheoretische Auffassung wissenschaftlicher Theorien eine instrumentalistische Wissenschaftsauffassung dar. Theorien ... dienen lediglich dazu beobachtete Sachverhalte in Beziehung zu setzen.“9

Induktion und Deduktion einschließlich ihrer immanenten Logik werden als Methoden abgelehnt, setzen sie doch eine objektiv erfaßbare Wirklichkeit, die Trennung von Beobachter und Beobachtungsobjekt, voraus. Dagegen vertreten die Systemtheoretiker die Auffassung, „der Beobachter bzw. Forscher sei immer schon selbst Teil des Systems und könne somit nicht ... vom einzelnen auf das Ganze schließen, müßte er dazu doch von außen den Sachverhalt betrachten können. Das Ziel wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung sehen die Systemtheoretiker ... im Nachzeichnen bzw. Beschreiben von Organisationsprinzipien und Eigenschaften von Systemen. Willke bezeichnet dies auch als Suchprozeß. ´Dieser Suchprozeß (nach Organisationsprinzipien oder Eigenschaften) ist außerordentlich schwierig, weil in systemtheoretischer Perspektive sich die beiden traditonellen Suchprozesse - Induktion und Deduktion - als unzulänglich erweisen.`10"11

Als Methoden bieten die Systemtheoretiker die „unvoreingenommene“, also nicht theoriegeleitete Beobachtung an und die „neutrale Beschreibung“ des Beobachteten. Als „ unvoreingenommen“ gilt alles, was nach Meinung des Beobachters „Sinn macht“ - eine rein subjektive Kategorie - und was „paßt“, d.h. eine „Beobachtung mit Sinn“ darf nicht mit „realen Gegebenheiten kollidieren“, was einen logischen Bruch mit dem Vorherigen darstellt. Das Ziel: „In den moderaten Fällen von Therapie, Erkenntnisgewinnung, Organisationsentwicklung, Gesellschaftssteuerung etc. steht dagegen im Vordergrund, die Spielregeln des jeweiligen Systems so zu ändern, daß in einem kontrollierten Prozeß sich mit den Beobachtungskriterien des Systems dessen Identität, und mit der Identität dessen Beobachtungskriterien graduell ändern.´“12 Hierzu paßt die Methode der „neutralen Beschreibung“, die keinerlei Erklärung ist, sondern lediglich den Zweck hat „Wirklichkeit handhabbarer zu machen. ´Beschreibungen dienen der kommunikativen Bemächtigung des Beschriebenen. Mit einer Beschreibung oder Diagnose bringt der Beobachter seine Beobachtungen auf den Begriff und von da an übernehmen die Gesetzmäßigkeiten der Eigendynamik von Semantiken das Kommando.´... Mit Hilfe der Beschreibung bemächtigt sich der Beschreiber seiner eigenen Wirklichkeit, indem er durch das Beschreiben subjektive Wirklichkeit produziert ... Denn nach Willke sind Beschreibungen soziale Konstruktionen, ´in denen der Beschreibende unentrinnbar mit einbezogen ist und in denen er zuerst und vor allem seine eigene Welt reproduziert´... So dient auch das Beschreiben der Konstruktion von Wirklichkeit. Auch durch das Beschreiben läßt sich somit Wirklichkeit erschaffen und verändern.“13

Auch zum letzten traditionell-methodischen Ansatz, den Wenn-Dann-Zusammenhängen, die von den Systemtheoretikern mit linearen Kausalverbindungen gleichgesetzt werden, bieten die Systemtheoretiker ein Anti-Modell. Sie gehen von einer „Zirkularität der Zusammenhänge zwischen Sachverhalten“ aus. Nach dieser Vorstellung kann ein Sachverhalt zugleich Ursache und Wirkung sein, „da sich alle Teile eines Systems wechselseitig bedingen“. Als Beispiel führt Watzlawick die „selbsterfüllende Prophezeiung“ an, die als zukünftig Erwartetes die Gegenwart bestimmen könne,14 was sogar ein Aufgeben zeitlicher Reihenfolge bedeutet.

Zusammenfassend kann man also sagen, daß es sich bei der sog. Systemtheorie um einen Wissenschaftsrelativismus reinster Ausprägung handelt, dessen Grundlage die Leugnung objektiver Realität ist.

d) Theoretische Ansätze und Grundbegriffe der Systemtheorie

Innerhalb der Systemtheorie gibt es fünf verschiedene theoretische Ansätze, die ich im folgenden kurz skizzieren will. Sie enthalten auch die jeweiligen Kernbegriffe der Gesamttheorie.

Der Strukturbegriff ist der Kernbegriff des strukturell-funktionalen Ansatzes der Theorie. Er geht davon aus, daß alle sozialen Systeme dieselben Strukturen haben und sich aufgrund dieser Strukturen bilden. Dabei bilden die Strukturen das Innere des Systems, dieses selbst aber hat nach außen Grenzen. Hieraus ergibt sich als Forschungsfrage, welche Funktionen von Systemen erbracht werden müssen, damit deren Struktur und damit sie selbst erhalten bleiben. Die Strukturen werden nicht hinterfragt, sondern als gegeben vorausgesetzt.

Der system-funktionale Ansatz beschreibt Systeme als komplexe, anpassungsfähige Gesamtheiten, die ihre Struktur ändern oder ausbauen können, wenn die Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit und ihr Überleben dies erfordern. Der Unterschied zum vorherigen Ansatz besteht im Absehen von festen Strukturen in Systemen zugunsten ihrer Fähigkeit zur Veränderung, ansonsten seien sie nicht überlebensfähig.

Im funktional-strukturellen Ansatz steht die Frage nach der Funktion von Systemen im Zentrum, dem alles andere nachgeordnet wird.

Die Entwicklung sozialer Systeme steht im Mittelpunkt des funktional-genetischen Ansatzes. Auch hier steht der Funktionsbegriff im Mittelpunkt , und die Annahme lautet, daß sich „Systeme bilden, weil sie Funktionen zur Befriedigung verschiedener Bedürfnisse erfüllen.“ Das bedeutet, Systeme haben in sich keinen Wert und keine Bedeutung, sie stehen immer in einem Funktionszusammenhang, sind also stets Mittel zum Zweck.

Als letztes ist noch zu erwähnen die Theorie selbstreferentieller Systeme, d.h. diese können sich selbst steuern und nach systemimmanenten Bedingungen reproduzieren. Insofern stellen sie eine Ganzheit dar, die in ihrer Tiefenstruktur in sich geschlossen und unabhängig ist und duch Autopoiesis - Selbststeuerung und Selbstreproduktion - Selbstheilungskräfte enthält, die eine Homöostase, ein Fließgleichgewicht, gegenüber der Umwelt erhalten bzw. wiederherstellen können

Konflikte entstehen nun innerhalb der Systeme, etwa dadurch, daß Funktionen nicht angemessen erfüllt werden, oder aber durch die verschiedensten Einflüsse von außen nach innen bzw. vice versa.15

Schlußfolgerungen

Aus dem bisher Dargestellten dürfte deutlich geworden sein: Es handelt sich bei dieser Theorie um den Versuch, mit vielen wissenschaftlich anmutenden Begriffen die schlichte Tatsache zu bemänteln, daß es sich hierbei um die Auflösung unseres abendländisch-kultürlichen Denkens und der darauf beruhenden Wissenschaft handelt. Nicht umsonst sprechen die Systemtheoretiker offen von ihrem relativistischen Ansatz als dem „Paradigmenwechsel“ in der Wissenschaft, wobei darunter zu verstehen ist „die Gesamtheit der Grundannahmen, Vorstellungen und Gesetze, die in einer bestimmten Forschungsrichtung explizit vertreten werden“.16 An die Stelle des handelndenden und denkenden Menschen tritt „das System“ in Personifikation, dem die Vollzüge, die eigentlich dem Menschen als Individuum zukommen, zugeordnet werden: Zielgerichtetheit von Strategien, die Eigenschaft der Umweltoffenheit, Kontingenz genannt, die u.a. Konflikte verursachen kann, die Möglichkeit, variabel zu handeln und zu reagieren. „Die Strategien, die ein System verfolgt, sind zielgerichteter Natur. Durch dieses zielgerichtete Handeln hat das System die Möglichkeit seine Umwelt zu verändern. Systemtheoretiker sprechen in diesem Zusammenhang davon, daß Systeme durch Handeln Wirklichkeit produzieren. Im Sinne der Systemtheorie wird Wirklichkeit also durch zielgerichtetes Handeln geschaffen. Willke spricht in diesem Zusammenhang von der Produktion von Wirklichkeit durch Handeln ... Diese Umweltoffenheit, bzw. das zielgerichtete Handeln sozialer Systeme, ist nach Willke aber nicht beliebig. Sie erfährt Beschränkung durch religiöse Deutungssysteme, Gesetze, Normen etc., dies sind nach Willke jedoch alles Setzungen des Menschen“.17 Systeme entstehen durch „Sinn“ und erzeugen „Sinn“, sie bestehen aber nicht aus konkreten Personen, sondern aus Kommunikationen, so daß die Systembildung bei Atomen oder Amöben grundsätzlich mit der beim Menschen übereinstimmt. Die „Bildung sozialer Systeme ist kein bewußter Entscheidungsprozeß“.18 Die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen nennt man „ökologischer Übergang“, die Entwicklung innerhalb eines Systems, die als diskontinuierlich gesehen wird, heißt „Kalibrierung“.19 Weiteres an „pseudo-wissenschaftlichem Imponierjargon“ (Brezinka) ließe sich reichlich hinzuzufügen.

Was aber bedeutet das alles konkret für die Auffassung vom Menschen? Hierauf soll zunächst eingegangen werden, und anschließend auf die Auswirkungen am Beispiel der Erziehung und der Familieals Institution.

2. Teil: Auswirkungen auf das Menschenbild

a) Das traditionelle Menschenbild

Das Menschenbild der christlich-abendländischen Tradition ist die Vorstellung vom Menschen als „Person“l. Ausgehend von der christlichen Grundannahme von der Individualität der Seele, von Gott selbst geschaffen und gewollt, ist jeder Mensch einzigartig. Er lebt mit dem Bewußtsein seiner selbst, dem Ichbewußtsein. „Dieses Ich ist nach Augustinus keine Ansammlung von Fähigkeiten oder Funktionen, es ist kein Bündel von Vorstellungen, Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen, sondern steht ... über seinen Handlungen“.20 So kann Augustinus sagen: „Ich bin es, der durch das Gedächtnis sich erinnert, ich bin es, der durch den Intellekt denkt, ich bin es, der durch die Liebe liebt. Ich bin nämlich nicht das Gedächtnis, ich bin nicht der Verstand, ich bin nicht die Liebe, sondern ich habe sie.“21 Das Ich ist also eigenständig und mehr als die Summe seiner Teile, es ist individuell und die Grundlage der Identität der Person, unabhängig von zeitlichen Veränderungen. Es besitzt schöpferische Kraft, Eigenaktivität und die Möglichkeit, für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen.22 Aus dieser personalen Struktur des Menschen, die durch die zuvor beschriebenen Eigenschaften charakterisiert ist, leitet sich der Eigenwert der Person ab und ihre ihr eigene Würde, die es nicht zuläßt, sie als Mittel zum Zweck zu benutzen. Sie ist sich selbst Zweck. „Diesen Selbstzweck der Person negieren heißt nach Kant die Person als Person negieren.“23 Aus diesem in Kern und Ursprung christlichen Ansatz entwickelte sich die Lehre vom Naturrecht, die dem Menschen unveräußerliche Rechte zuschreibt.24 „Das Naturrecht ist die Ordnung der in der menschlichen Natur mit ihren Eigenverantwortlichkeiten begründeten einzelmenschlichen und gesellschaftlichen Eigenzuständigkeiten.“25 Diese personale Auffassung vom Menschen ist Grundlage unseres Grundgesetzes, sie bildet die Grundlage der Menschenrechte und damit für den Schutz des einzelnen als Person, ist die Basis jeden demokratischen Staates. „Würde und Personalität stellen im Sinne des Grundgesetzes absolute Normen dar. ... Mehrheiten können nicht über diese Grundwerte entscheiden, denn über absolute Normen kann nicht abgestimmt werden. Würde wird einem nicht verliehen, die hat man, Elternrecht wird einem nicht gewährt, Elternrecht besitzt man. Mehrheiten und Konsens sind keine Argumente, wenn es sich um absolute Werte handelt. Hier unterscheidet sich der demokratische Verfassungsstaat von der Diktatur, in der die Grundrechte des Menschen der Beliebigkeit preisgegeben werden.“26

b) Das Menschenbild der Systemtheorie

Grundannahme dieser Theorie ist, daß der Mensch nie an sich betrachtet werden kann, sondern immer nur als Teil eines sozialen Systems, in dem das Individuum keine feste Größe ist, sondern geprägt von diesem sozialen System und seinen Umweltbedingungen. D.h. die Systemtheorie hat keine personale Auffassung vom Menschen. Sie grenzt sich sogar entschieden von dieser traditionellen Betrachtungsweise des Menschen ab und blendet den Menschen als Person bewußt aus. „Grundlage einer solchen Konstruktion ist die Annahme, daß soziale Systeme nicht aus einer Ansammlung von Menschen bestehen, sondern aus dem Prozessieren von Kommunikationen. ... nur eine radikale Soziologisierung - und damit Entpersönlichung - sozialer Systeme ist geeignet, deren Besonderheit und Eigengesetzlichkeit so zu fassen, daß das Soziale nicht zur bloßen Aggregation biologischer und psychischer Momente gerät.“27, so Willke. Begriffe wie Selbst, Ich, Person werden abgewertet und als „mythologisches Wesen“ bezeichnet. „In meiner Epistemologie zeigt sich der Begriff des Selbst gleich anderen künstlichen Setzungen, welche Systeme oder Teile vom System abgrenzen, als Merkmal einer gegebenen Kultur - und keinesfalls als etwas zu vernachlässigendes, da solche kleinen epistemologischen Ungeheuer immer die Tendenz haben, zu Kristallisationspunkten von Pathologie zu werden.“28

Der Mensch ist in der Betrachtung der Systemtheorie das Produkt seiner Umgebung. So besteht z.B. „Identität“ nur als etwas, was dem Menschen aus seiner sozialen Umwelt zugeschrieben wird. „Die Identität eines Dings, einer Person oder einer Organisation ist nicht einfach da, sondern sie existiert nur für einen Beobachter, der diese Identität als solche betrachtet.!“29 Identität wechselt also mit dem Beobachter, ist nichts Feststehendes. Der tatsächliche Begriffsinhalt ist damit in sein Gegenteil verkehrt worden. „Das Fließende, Wandelbare, was Person im Sinne der Systemtheorie ausmacht, ergibt sich aus der Annahme, daß der Mensch als psychisches System gleich anderen Systemen strukturiert ist. Er ist der Black-box vergleichbar, die ein Input und Output besitzt und so in Wechselwirkung mit ihrer Umwelt steht.“30 Durch diese Wechselwirkung wirkt der Mensch auf seine Umwelt und diese auf ihn ein, wobei beide im Prinzip gleiche Systemstrukturen aufweisen. „In ihren Strukturen sind Mensch und Amöbe gleich, sie bilden nur verschiedene Organisationsstufen von Systemen.“31 Der Mensch ist also nichts Besonderes, kann demnach weder Würde noch unveräußerliche Rechte besitzen. Er ist Funktionsträger in einem System. „Als Funktionsträger hat er Teil an der Kommunikation eines Systems, nimmt er eine soziale Rolle ein. Der Mensch hat, wie auch eine Amöbe, Bedürfnisse, die von anderen Rollenträgern erfüllt werden sollen. Er wiederum befriedigt die Bedürfnisse anderer. In einem gewissen Sinn muß er sich so selbst beschränken, um anderen Bedürfnisbefriedigung zu verschaffen. (... Es gibt) keinen Altruismus, vielmehr eine langfristige rationale Kosten-Nutzen-Rechnung, die den Menschen dazu bewegt kurzfristig etwas für einen anderen zu tun. Der Mensch stellt in dieser Betrachtungsweise kein Naturwesen dar, das ... soziale Bedürfnisse und Fähigkeiten mitbringt, sondern soziale Bedürfnisse sind sekundärer Natur und dienen der Befriedigung anderer existentieller Bedürfnisse. Er ist sich und anderen nicht Selbstzweck, vielmehr Mittel zum Zweck.“32

3. Teil: Auswirkungen auf den Familienbegriff und die Erziehung

a) Die traditionelle Auffassung von Familie

Die Familie hat in der naturrechtlichen Auffassung des abendländischen Denkens einen Selbstzweck und damit Eigenwert, der sich nicht in ihrem Nutzen für andere z.B. die Gesellschaft erschöpft. Sie zeichnet sich aus durch die dauerhafte Bindung zwischen Eltern und Kindern als notwendige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung der Kinder, für Vertrauen und Bindungsfähigkeit, die die Grundlage für eine positive Lebenseinstellung und ein gelingendes Leben sind. „Von größter Bedeutung ist die Stabilität der Familie, ihre Überschaubarkeit und die Einbindung aller Mitglieder in diese gefühlsbetonte Gemeinschaft. In der Familie stehen nicht einzelne Aspekte der Person - wie z.B. ihr Berufsleben - im Mittelpunkt, sondern der Mensch wird in seiner Gesamtheit angenommen: Der Mensch wird als Person einbezogen und nicht zum Funktionsträger degradiert.“33

Auf dieser Grundlage ist auch eine der wesentlichen Aufgaben der Familie, die Erziehung der nachfolgenden Generation, zu sehen. „Individualerziehung wie Erziehung überhaupt ... sehen den Menschen in erster Linie in seiner Menschlichkeit. Diese Menschlichkeit besteht in der Personalität des Menschen. Die Sozialisation dagegen sieht den Menschen vorrangig als Gesellschaftswesen. Das ist der Mensch sicherlich auch, aber das Soziale allein macht nicht seine Menschlichkeit aus. Soziales Verhalten findet man auch bei Tieren.“ So ist der Mensch nicht nur Träger sozialer Rollen.„Selbst wenn er alle diese ´Rollen´ durch Krankheit verlieren würde, so hat er, solange er lebt, kraft seiner Personalität immer noch seine eigene ´Rolle´ , nämlich die, ein einmaliger Mensch zu sein. Die Personalität muß also immer den Vorrang haben, damit die Menschlichkeit nicht verloren geht.“34

b) Systemtheorie und Familie

Für die Systemtheorie ist die Familie ein soziales System wie alle anderen, d.h. sie hat keinen besonderen Wert und auch keine besondere Bedeutung gegenüber anderen Systemen. Ihr Sinnzusammenhang ergibt sich lediglich aus ihren Funktionen. „Die Familie besteht in systemtheoretischer Sicht nicht aus Personen, sondern aus alltäglicher Interaktion, Kommunikation, und einem gemeinsamen Selbst- und Zusammengehörigkeitsverständnis.“ - „Der Kommunikationsbegriff ist in der systemtheoretischen Familiensoziologie aktuell geblieben: für die selbstreferentielle Systemtheorie besteht Familie, wie jedes soziale System, aus Kommunikation und nur aus Kommunikation, nicht aus Menschen und auch nicht aus Beziehungen zwischen Menschen.“35 Die systemtheoretische Betrachtung der Familie beschränkt sich also auf die „Art der Organisation ihrer wechselseitigen Verknüpfung, die den Ablauf regelhafter Prozesse bekommen“36. Die Personen, die die Familie bilden, finden kein Interesse. Entsprechend wird die Familie nur als „Funktionszusammenhang“ gesehen, der „existentielle Bedürfnisse von Personen befriedigt, dies hält Familie zusammen. Familie ist eine funktionale Einheit mit einem gemeinsamen Ziel.“37 Wie das praktisch verstanden wird, als Beispiel die Konsequenzen für ein Paar aus der Geburt eines Kindes: „Die Zeitstruktur wird geändert, die Rangordnung der Bedürfnisse, die befriedigt werden, verschiebt sich. Auf welche Weise das geschieht, hängt wieder von den Wertsystemen, eben den Landkarten der Betroffenen ab. In dieser Phase ist es wahrscheinlich sehr funktional, wenn eine symbiotische Mutter-Kind-Beziehung entsteht.“38

Da die Familie als „fließendes System“ gesehen wird, ist Veränderung erwünscht, Konflikte sind „Chancen“. Beharren auf dem „status quo“ des „Systems“ führt dagen zur „Symptombildung“, macht also die Mitglieder krank. Für einige der Systemtheoretiker ist Ehe als Grundlage der Familie nicht mehr relevant, ebensowenig die Geschlechtsdifferenzierung.39 „Auf der Ebene des Familienalltags bedeutet dies, daß die Triadenfamilie (Vater, Mutter, Kind) zunehmend störanfällig und verletzlich wird und die Gefahr birgt; eine`Sackgasse der Beziehung´ zu werden, aus der Kinder nicht unbeschadet herausgelangen.“ - „Im Sinne der Systemtheorie ist eine Öffnung der Familie anzustreben, durch die familiäre Ressourcen Unterstützung von außen erfahren. diese Unterstützungen werden als soziales Netzwerk beschrieben. ´´40Die Ausweitung des sozialen Netzwerkes vervielfacht die möglichen Zweier- und Dreierbeziehungskonstellationen.´´“41 Mutter und Vater sind nach dieser Vorstellung austauschbar, sind lediglich Funktionsträger. 42

Zusammengefaßt ergibt sich folgendes Familienverständnis: Nach systemtheoretischer Auffassung ist die Familie als struktureller Zusammenhang eine funktionale Einheit. Sie ist als „System“ ohne Eigenwert und Selbstzweck, keine natürliche Institution, sondern ein auf Konsens beruhendes Konstrukt.43 Das „ethische Leitmotiv“ der Systemtheorie nach Watzlaick und Willke: „Handle stets so, daß weitere Möglichkeiten entstehen“ bildet auch hier die Grundlage systemtheoretischen Handelns. „Es wird sich herausstellen, daß dies nicht das schlechteste Leitmotiv für Interventionen in komplexe, selbstreferentielle Systeme ist“44. Die Absicht liegt damit deutlich zutage.

c) Erziehung und ihre Voraussetzungen in der Systemtheorie

Grundlage jeder erfolgreichen Erziehung ist die verläßliche Bindung zwischen dem Erzieher und dem Educanden, zunächst und zuerst zwischen Eltern und Kind. „Bindung entsteht nicht aus einem aktuellen Kommunikationszusammenhang ... Die Kontinuität macht für Bowlby das Wesen einer sicheren Bindung aus. ´Um die Kontinuität der das Wesen einer sicheren Basis ausmachenden potentiellen Unterstützung sicherzustellen, müssen die Beziehungen zwischen den betreffenden Individuen über einen längeren Zeitraum, möglichst mehrere Jahre andauern.´45 Hiermit untermauert die Bindungstheorie mit ihren Forschungsergebnissen das Familienverständnis des Grundgesetzes, das Familie als dauerhafte, im Kern unauflösliche Einheit ansieht. Ginge es in der Familie lediglich um die Erfüllung eigener Bedürfnisse, wäre es gleichgültig für die Beziehung der Familienmitglieder untereinander, wie lange oder wie kurz sie andauert. Die Ergebnisse der Bindungsforschung sprechen jedoch dagegen. Bindung braucht Zeit und muß andauern. Dieses Andauern der Bindung erfährt das Kind als Verläßlichkeit. Aus dieser Verläßlichkeit wiederum kann eine Verbindlichkeit entstehen.“46

Betrachtet man dagegen die Familie als funktionalen Zusammenhang zum Zweck der eigenen Bedürfnisbefriedigung, wie es die Systemtheoretiker tun, ist genau der Tatbestand erfüllt, der nach Ulsamer die Hauptursache für das Auseinanderfallen der Familien ist. „Das Zunehmende Abdrängen von Kleinkindern in außerfamiliäre Betreuungseinrichtungen wirft ein ebenso bezeichnendes Licht auf die Einstellung zu Kindern in unserer Gesellschaft wie die Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche. Immer häufiger ist das Kind das schwächste Glied in der menschlichen Kette - und sie reißt. Die Selbstverwirklichung der Erwachsenen wird leichtfertig über die Gesundheit und das Lebensrecht des Kindes gestellt.“47 - „Wo eigene Bedürfnisbefriedigung und Selbstverwirklichung oberstes Gebot sind, da haben die existentiellen Rechte des anderen keinen Platz. Auch tiefe Bindungen müssen in einem solchen Modell dem Egoismus weichen, erfüllen sie nicht zufällig die eigenen Bedürfnisse. Ulsamer sieht einen Zusammenhang zwischen der Ablehnung der Verantwortung und der Bindungslosigkeit in vielen modernen Familien. (...) Ein Denken, welches dieser Entwicklung Vorschub leistet, ist nicht nur gefährlich, es widerspricht auch der Auffassung von Familie im Sinne des Grundgesetzes. Wo der Mensch nur als Mittel zum Zweck verstanden wird, zum Beispiel als Mittel zur eigenen Bedürfnisbefriedigung, da wird die fundamentale Verantwortung des einzelnen gegenüber dem Mitmenschen geleugnet.“48

Um trotz des systemtheoretischen Ansatzes die unleugbare Notwendigkeit von Erziehung aufrechterhalten zu können, unterscheidet z.B. Rotthaus zwischen dem „Inhalts“- und dem „Kommunikationsaspekt“ von Erziehung. Demgemäß macht nicht das, was getan wird, Erziehung aus, sondern die Absicht, mit der es getan wird. Gleiche Handlungen können also Erziehung sein und auch nicht sein. Die Wirkung spielt dabei keine Rolle. Als angeblich völlig neuer Gesichtspunkt wird eingebracht, daß in systemtheoretischer Sicht der „Zögling“ gleichfalls Handelnder ist und daß Erziehung aus dieser Sicht Interaktion ist zwischen Partnern, wenn auch ungleichen.49 Das Kind selbst wird als „zu erziehendes System“ aufgefaßt, dessen Gehirn als „autopoietisches System“ die Wirklichkeit selbst produziert.50 „ Das Nervensystem des Menschen operiert also nach der Logik seiner individuellen und strukturellen Bedingungen und nicht aufgrund äußerer Einflüsse. Diese Struktur ist das Ergebnis der individuellen Geschichte dieses Lebewesens und schließt seine persönlichen Wünsche, Absichten,Vorlieben, Abneigungen und Bestrebungen ein. Und es ist im Prinzip die Struktur, die bstimmt, welche äußeren Einflüsse Veränderungen auslösen und welche nicht ... Das Verhalten des Menschen realisiert sich aufgrund seiner autonomen Prozesse ... Eine Steuerung dieser autonomen Prozesse von außen ist nicht möglich.“51 Der Mensch als „komplexes selbstreferentielles System“ entwickelt „Lernmechanismen“ mit „umweltsensibler Aktivität des Systems“.52 Dieser Vorgang wird als „Selbstsozialisation“ bezeichnet.53 So ist zu verstehen, daß das Verhalten des Kindes als angeblich seiner „inneren Logik“ folgend in keiner Weise vom Erzieher zu bewerten ist als gut oder schlecht. Der Erzieher muß sich dieser Logik vielmehr anpassen, denn „aus der Sicht des Kindes gibt es kein falsches Verhalten“.54 Falls der Erzieher „Maßnahmen“ ergreift, müssen sie sich dieser „inneren Logik“ anschließen. Das Verhalten des Kindes entsteht aus diesen „autonomen inneren Prozessen“ und den „Umwelteinflüssen“, worunter man die „Regeln des Zusammenlebens“ versteht, die „durch Sprache tradiert“ werden.55 Hält sich der Erzieher nicht daran, „gefährdet Erziehung den kindlichen Selbstwert“56. Für die Schule bedeutet das z.B., daß es „kein falsches Wissen des Schülers“ gibt. „Alles, was er weiß, kann vielmehr als Ausgangspunkt für einen Entwicklungsprozeß dienen, in den dieses Vorwissen konstruktiv mit eingebaut wird. Das setzt aber voraus, daß der Lehrer in der Lage ist, sich selbst diesem Vorwissen zu öffnen, weil er bereit ist, den Schüler in seiner Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen.“57 - „Das Beziehungsmuster vermittelt die Botschaft: Du weißt selbst, was für Dich ´richtig´, ´wichtig´ und ´gut´ ist, und ich als Pädagogin werde Dich, wenn Du danach fragst, mit meiner Konstruktion von Wirklichkeit, meinem Wissen unterstützen. Du bist so, wie Du bist, liebenswert und mußt Dich nicht verändern.“58

4. Teil: Auswirkungen der Systemtheorie auf Ethik und Moral

a) Die traditionelle Auffassung von Moral und Ethik

„Nach Spaemann zeichnet sich Ethik durch das Fragen nach der Realität aus: ´´Am Anfang aller Ethik, aller bewußten Fragen nach dem richtigen Leben, steht der Prozeß, in dem das Kind aus der Befangenheit in seine subjektive Empfindungswelt behutsam und zielstrebig an die Realität herangeführt wird, an die Wirklichkeit, die ohne uns ist, wie sie ist.´´59 ... Nach Spaemann ist es nicht nur bedeutsam, die Realität so zu erkennen, wie sie ist, sondern hinzu kommt noch die Forderung, sich nach ihr zu richten. ... (dies) stellt nach Spaemann überhaupt erst die Quelle von Glück und Freude dar. ´´Und Matthias Claudius schreibt an seinen Sohn Johannes: ´Die Wahrheit, mein lieber Sohn, richtet sich nicht nach uns, wir müssen uns nach ihr richten.´ Es kommt darauf an zu sehen, daß das nicht leider so ist, sondern zum Glück. Denn nur an einer Wirklichkeit, die uns Widerstand leistet, können wir unsere Kräfte entwickeln. Jede tiefere Freude im Leben aber hängt mit der Entwicklung von Kräften und Fähigkeiten zusammen.´´ (...) ´´Wir wollen nämlich Realität. Wir wollen, wenn wir nicht gerade krank oder süchtig sind, keine illusionäre Euphorie, sondern ein Glück, das auf Kontakt mit der Wirklichkeit beruht.´´“60

Die radikale Soziologisierung und Entpersönlichung des Menschen enthält ein weiteres überaus relevantes ethisches Problem.61 Ethik heißt primär, Anerkennung dessen „daß jeder Mensch um seiner selbst willen Achtung verdient.“62 - „Es gibt jedoch bestimmte Handlungsweisen, die ohne Ansehen der Umstände immer und überall schlecht sind, weil durch sie unmittelbar der Selbstzweckcharakter, die Würde der Person negiert wird. (...) Darum sagt Kant, der Mensch habe keinen Wert, sondern eine Würde. Denn jeder Wert ist kommensurabel, er kann in eine vergleichende Berechnung eingehen. ´Würde´ dagegen nennen wir jene Eigenschaft, aufgrund deren ein Wesen aus jeder abwägenden Berechnung ausscheidet, weil es selbst Maßstab der Berechnung ist. Die Würde des Menschen hängt damit zusammen, daß er ... schon selbst eine Totalität von Sinn ist, selbst schon das Allgemeine.´´ (...) ´´Das Gewissen ist die Gegenwart eines absoluten Gesichtspunktes in einem endlichen Wesen; die Verankerung dieses Gesichtspunktes in seiner emotionalen Struktur. Weil dadurch im einzelnen Menschen selbst schon das Allgemeine, das Objektive, das Absolute gegenwärtig ist, darum sprechen wir von der Würde des Menschen und aus keinem anderen Grunde.´´63 Setzt man den Menschen mit einer Funktionseinheit gleich, läßt sich sein Wert an den Funktionen messen, die er für andere erfüllt. Der alte und kranke Mensch würde nicht um seiner selbst willen geliebt und geachtet, sondern als nicht mehr brauchbar und damit unwert für andere angesehen. Die Konsequenz einer solchen Auffassung wäre die Möglichkeit der Unterscheidung zwischen wertem und unwertem Leben. ... Durch die funktionale Betrachtungsweise in der Systemtheorie wird die Verantwortung des Menschen, die er gegenüber seinen Mitmenschen besitzt, geleugnet. Das Problem der Verantwortung ist eng verknüpft mit dem Problem der Würde des Menschen. Denn Verantwortung haben heißt, die Würde des Menschen achten, ihn nicht als Mittel zum Zweck zu mißbrauchen. (...) Den Menschen als Person negieren heißt gleichzeitig, diese Verantwortung zu negieren. Verantwortung wird innerhalb der Systemtheorie durch ihren relativistischen Standpunkt geleugnet. Wird Verantwortung negiert, kann daraus nur gewissenloses Handeln folgen“ 64 - „Da wo das Absolute, das Normative oder Objektive negiert wird, wird die Frage nach der Ethik hinfällig. Wahrheit, Wissen, Gut und Böse wird damit der Beliebigkeit des Subjektiven preisgegeben. Innerhalb der Systemtheorie wird das Faktische zur Norm erhoben. Das, was durch subjektive Beobachtungsmethoden als Realität konstruiert wird, soll als das Normative gelten. Normativität als Frage des Sein-Sollen wird abgelehnt. Statt dessen wird das, was sich als subjektives Erscheinungsbild aus der Beobachtung ergibt, mit Realität gleichgesetzt. ´´Wer Faktizität mit Wirklichkeit/Realität gleichsetzt, verzichtet auf die ethische Dimension ... Diese Gleichsetzung wird dann bedenklich, ja gefährlich, wenn daraus Argumentationen oder gesellschaftliche Normentwicklungen abgeleitet werden.´´“65

b) Systemtheorie - Ethik und Moral

In völligem Gegensatz dazu steht die systemische Erziehung. Rotthaus unterscheidet zwischen „Moral“ und „Ethik“. Moralvorstellungen sind nach ihm stets abgeleitet aus Ideologien, „unabhängig davon, ob es sich um kommunistisch oder christlich geprägte oder aber anderweitig abgeleitete, beispielsweise vaterländisch orientierte Ideologien handelt.“ Fast alle „Greueltaten der Geschichte“ seien im Namen solcher „nicht hinterfragbaren Ideologien und ´Wahrheiten´“ begangen worden. Solche „Wahrheiten“ verleiteten den Menschen zur „Nichtübernahme persönlicher Verantwortung“.66 Es gebe keine „besseren“ oder „falschen“ Weltbilder, jede Moral impliziere die „Gefahr von Intoleranz und Verachtung“. Deshalb „müssen wir in der Zukunft den Verzicht auf alle moralischen Regeln wagen.“ Das bedeute zwar zunächst „sehr viel Unsicherheit“, aber jeder solle allein für sich entscheiden“ wie er zu denken und zu handeln hat. Er sagt folglich: ´Ich soll!´oder: ´Ich soll nicht!´, besser noch: ´Ich will!´oder: ´Ich will nicht!´ Dies ist der Ursprung der Ethik.“67 Zur Erläuterung dessen, was mit dieser „Ethik“ gemeint sein soll, greift Rotthaus auf die „Goldene Regel“ zurück, die die Grundlage zu einer „Erklärung zum Weltethos“ durch ein „Parlament der Weltreligionen“ im September 1993 in Chicago bildete.68 Als Modell der „ethischen Orientierung in der Erziehung“ dient Rotthaus die „Stufenfolge der moralischen Entwicklung nach Kohlberg“69, dessen höchste Stufe, die „prinzipiengeleitete, d.h. ethisch orientierte, moralische“ möglichst früh „eingeführt“ werden soll.70 Hierzu ist einzuwenden, daß es sich bei dem Modell Kohlbergs entwicklungspsychologisch um Reifungsstufen handelt, die nicht beliebig übersprungen werden können. Aufschlußreich ist dabei die folgende Handlungsanweisung: „Die Gefahr der Überforderung ist dabei gering, solange die ErzieherIn bereit ist, beim jungen Kind stellvertretend zu urteilen. (...) Die ErzieherIn, die sich am Diskursprinzip orientiert, unterstellt gleichsam die Autonomie möglicher Verantwortungsübernahme in verschiedenen Situationen und zugleich damit die Autonomie kindlicher praktischer Vernunft. ...Die ErzieherIn tut so, als ob ... das Kind schon in der Lage wäre, prinzipiengeleitet zu urteilen. ... sie nimmt an, daß das Kind verantwortlich und gerecht nach einer Lösung sucht, die auch für den anderen richtig ist. Sie unterstellt, daß es als autonome Person mitreden kann (und soll) und daß eine Entscheidung, wie hart sie auch sein mag, von ihm eingesehen werden kann. Erziehung als Diskurs schließt Indoktrination aus.“71 - Aber was ist dieses „So-tun-als-ob“ ohne wirkliche Einsicht anderes?

c) Erziehungsziele der Systemtheoretiker

Ausgehend vom bereits dargestellten Grundaxiom, daß es keine objektive Wirklichkeit gibt - „Die Anrufung der Objektivität ist gleichbedeutend mit der Abschaffung persönlicher Verantwortung“72 - gibt es auch keine „wirkliche Wirklichkeit“. - „Das heißt: Grundsätzlich ist von einer Vielfalt der Wirklichkeiten auszugehen. Sie werden im Diskurs der Erkennenden untereinander abgestimmt und angeglichen, damit Kommunikation und Miteinander-Leben überhaupt möglich ist. Es ist dadurch eine gemeinsame Wirklichkeitskonstruktion entstanden ...“73 Daraus ergibt sich, daß es nicht nur keine Wirklichkeit, sondern auch keine „Wahrheit“ gibt und damit auch keine „richtige Erkenntnis“, kein „Gut“ und „Böse“, kein „Richtig“ oder „Falsch“.74 „Die Unterschiedlichkeit und Vielfalt von Überzeugungen ... erwächst aus den Grundgegebenheiten des Menschseins und erscheint deshalb erstrebenswert. (...) Genau dies, die Vielfältigkeit zu wollen, muß das Ziel einer Erziehung heute sein. Es muß in der Erziehung darum gehen, für die Auseinandersetzung mit Widersprüchlichkeiten und Unvereinbarkeiten zu sensibilisieren und zu lernen, Mehrdeutigkeiten nicht nur zu ertragen, sondern zu begrüßen. ... Das heißt: Aufgabe der Erziehung ist es, an die zu Erziehenden Widersprüchlichkeiten und Vielfältigkeiten bewußt heranzutragen, um das Erleben zu ermöglichen, daß die Vielfalt der Alternativen zu einer Bereicherung des Lebens führt. Diese Vielfalt ist universell als Vielfalt der Kulturen ...der Art, wie andere die Welt wahrnehmen ...der Lebensstile und Lebensmöglichkeiten ... der Persönlichkeiten und Handlungsmöglichkeiten.“75 Deshalb solle die Erziehung auch nicht die „Entwicklung von Persönlichkeiten nach einem Ideal“ anstreben, sondern die „Ausbildung von Identität und Kompetenz über das Erlernen der Fähigkeit zur Auseinandersetzung“. Diese „Bereitschaft zur Auseinandersetzung“ wird als die wichtigste Voraussetzung gesehen, „die es den kommenden Generationen ermöglicht, die Probleme des Zusammenlebens auf dieser Welt zu bewältigen“. - „Für die Erziehung bedeutet dies, sich so weit wie möglich aus normativen Zwängen zu lösen und dort, wo Regeln und festgelegte Ziele unverzichtbar sind, einen flexiblen Umgang mit Regeln zu praktizieren und die Vielfältigkeit der Wege zu dem festgelegten Ziel zu fördern.“76 - „Generell muß Erziehung ... vor allem vermitteln, daß es viele Wahrheiten gibt und viele Erklärungsmodelle für die Welt und ihre Einzelphänomene. (...) Insbesondere die Schule wird umlernen müssen. ... Freinet erhob deshalb ... seine berühmte Forderung ... Weg mit den Schulbüchern!...weil sie den freien Blick auf die Wirklichkeit trüben und vorgekautes, portioniertes Häppchen-Wissen im Sinne der Herrschenden verabreichen würden. Auch Postman schlägt vor, alle Lehrbücher ... abzuschaffen. Denn Lehrbücher würden nur Gewißheiten, keine Ansätze von Zweifeln, kein Empfinden für die Vorläufigkeit, Unzuverlässigkeit oder Ambivalenz des menschlichen Wissens vermitteln. ... Grundsätzlich sollten Kinder in der Schule lernen, daß unser Wissen unvollkommen sei ... Die Geschichte des Lernens sei das Abenteuer der Überwindung von Irrtümern. Fehler seien keine Sünde. Die Sünde liege vielmehr in unserer Weigerung, unsere eigenen Annahmen zu überprüfen, liege in unserem Glauben an unerschütterliche Autoritäten.“ Aufgrund der zunehmenden Einwanderung von Menschen anderer Kulturen sei die „monolinguale und monokulturelle Prägung von Schule und Unterricht zu überwinden.“77

Weitere wesentliche Ziele sind die Entwicklung der Dialog- und Sprachfähigkeit, da „das Ausmaß, in dem Sprache unser Denken und Handeln prägt, kaum zu überschätzen“ sei78, vor allem aber, „das Lernen zu lernen“. - „Das bedeutet für Erziehung und Unterricht: Nicht das Lernen eines bestimmten Bestandes an Kulturwissen ist als oberstes Ziel anzusehen, sondern ... das Lernen eines angemessenen Umgangs mit den heutzutage auf uns einstürzenden Informationen in all ihrer Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit. Diesem Lernen des Lernens ist die Vermittlung des Kulturwissens, der Kulturtechniken ... wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie von Fremdsprachen ... soweit unterzuordnen, als sie für das Erlernen des Lernens hilfreich und nützlich sind ...“.79 - „Denn nicht die Übernahme ´fertiger´ Ergebnisse, sondern eigenes Experimentieren, Fragen, Versuchen und Zuordnen von Erfahrenem müssen Ziele des Lernprozesses sein. Die Schule beispielsweise wird dann zu einer ´Lernwerkstatt´, in der SchülerInnen lernen, das Lernen selbst zu organisieren, beispielsweise bei fächerübergreifenden Projekten, bei selbstorganisierter Arbeit oder in der Selbstverwaltung. Der Aufmerksamkeitsschwerpunkt in der Schule verschiebt sich von Techniken der Informations- und Wissensaneignung zu Strategien der Informations- und Wissenverarbeitung.“80

Schlußbemerkung:

Beim Durcharbeiten der obigen Thematik und ihrer Semantik fielen mir immer stärker die Übereinstimmungen mit Sprachgebrauch und Ideen jener Bewegung auf, die unter dem Titel „New Age“ vor einigen Jahren das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Daher sei aus dem Standardwerk einer der Hauptprotagonisten dieser Bewegung - Marilyn Ferguson, Die sanfte Verschwörung81 - nur Weniges des reichlich Vorhandenen dazu zitiert:

„Lehrer, Eltern und Schüler treffen wichtige Entscheidungen in bezug auf Didaktik, Lehrplan und das Anstellen neuen Lehrpersonals gemeinsam. Schüler sprechen ihre Lehrer mit dem Vornamen an ... Altersgruppen sind gewöhnlich flexibel (...) Der neue Lehrplan ähnelt einem kostbaren, fein gewebten Teppich, eingeengt lediglich durch Schulbürokratie, Budget ... Im Grunde genommen ist kein Thema zu schwierig, zu kontrovers oder zu ausgefallen, als dass es sich nicht in Erwägung ziehen ließe. (...) Eltern und ´Experten´ stellen sich freiwillig als Lehrer für besondere Themen zur Verfügung und die Schüler unterrichten sich gegenseitig. (...) Man erlernt die Mechanismen der Konditionierung. Man lernt, die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen, sich mit Angst und Konflikten zu identifizieren ... das auszudrücken, was man empfindet und was man loswerden will. (...) Die Schüler werden ermutigt, über Semantik nachzudenken - darüber, wie Etikettierungen unser Denken beeinflussen. (...) Die Schüler werden angehalten, über Paradoxien, widersprüchliche Phiolosophien, über die Implikationen ihrer eigenen Ansichten und Handlungsweisen nachzudenken. Sie werden daran erinnert, daß es immer Alternativen gibt. Sie schaffen Neuerungen, erfinden, stellen Fragen, wägen ab, argumentieren, träumen, kämpfen, planen, versagen, sind erfolgreich, überdenken alles neu und lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Sie lernen zu lernen, und sie begreifen, dass Erziehung eine lebenslange Reise ist. (...) Konkurrenzdenken, Statusdenken und Popularitätswettbewerbe spielen in der Dynamik solcher Schulen eine relativ kleine Rolle. ... Lehrplan und Lehrerschaft stärken in den Schülern Autonomie, Einfühlungsvermögen und gegenseitige Hilfestellung. Zänkereien haben die Natur vorübergehender Streitigkeiten zwischen Geschwistern. ... Eines der Hauptanliegen des Lehrplans ist die Erlangung von Autonomie. Dies beruht auf der Ansicht, dass unsere Kinder, um freier zu werden, erst einmal von uns befreit werden müssen - von unseren einschränkenden Ansichten, von unseren Vorlieben und Gewohnheiten. Zeitweise bedeutet dies, angemessene Formen von Rebellion zu lehren, und nicht, die Schüler zu Konformität anzuleiten. Reife bringt eine Moral mit sich, die sich aus dem innersten Selbst entwickelt und nichts mit Gehorsam gegenüber kulturellen Gesetzmäßigkeiten zu tun hat. Wie die moderne Geschichte ... bewiesen hat, kennt auf Angst basierender Gehorsam keine moralischen Schranken. ... Die meisten Menschen passen sich als Gegenleistung für die Anerkennung ihrer Mitmenschen an. ...Der autonome Schüler steuert mit Hilfe eines inneren Gyroskops, gehorcht einer inneren Autorität. ... eine Lehrerin aus Pittsburgh, wies nachdrücklich darauf hin, dass Pädagogen heilende Programme für ´übermässig gehorsame´ Kinder einführen sollten, indem sie ihnen so etwas wie kreativen und gesunden Ungehorsam ... lehrten.“

Und so sollen die „Kinder des neuen Paradigmas“ aussehen: „´Enge deine Kinder nicht mit deinem eigenen Wissen ein, denn sie wurden zu einer anderen Zeit geboren.´ Karl Pribram äußerte einmal, dass eine neue Generation bereits während der ersten Schuljahre etwas über das Paradoxe lernen und im Heranwachsen Realitätskonzepte von über- und untergeordneter Bedeutung begreifen wird. ... Warum kann man keine Dinge ausführen, die wir für paranormal halten? ... Unsere Kultur sagt, dass solche Dinge nicht möglich seien, und das ist genau das, was man für Wirklichkeit hält. Um die eigene Wirklichkeit zu ändern, müsste man seine innersten Gedanken ändern. ... Auf der ganzen Welt werden Kinder und junge Menschen durch die revolutionäre Entwicklung von Kommunikationstechnologien ... nicht mehr durch den beschränkten Horizont einer einzelnen Kultur eingeengt. (...) Wenn das Erziehungswesen nicht geflickt werden kann, kann es vielleicht eine Metamorphose durchmachen. ... Unsere bisherigen Eingriffe in den Lernprozess sind ... ungehobelt gewesen. Es ist wirklich an der Zeit, dass wir uns von der Bindung an alte Formen lösen und einem entfesselten Menschengeist das Fliegen erleichtern.“82

Wie weit dies alles bereits in die Tat umgesetzt ist bzw. offen als „neue Schule“ angestrebt wird, mag jeder, der sich mit unserer Schullandschaft beschäftigt, selbst entscheiden.

1 Selg&Bauer, Forschungsmethoden der Psychologie, Kohlhammer Köln 1971, S. 10

2 Elke Wieczorrek, Der Paradigmenwechsel des Familienbegriffs, Diplomarbeit im Fach Psychologie, Prof.Dr.E. Stephan, Köln 1995, S.5

3 Watzlawick, Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beiträge zum Konstruktivismus, 8.Aufl. München Piper 1994, S. 15

4 Wieczorrek a.a.O. S. 42

5 Watzlawik, P, Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben, München Piper 1994, S. 10

6 Watzlawick, P.& Kreuzer, F. Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit. Ein Gespräch über den Konstruktivismus. München Piper 1995, S.50

7 ebda S. 42f

8 A. von Schlippe, Familientherapie im Überblick, Basiskonzepte, Formen, Anwendungsmöglichkeiten, 10.Aufl. Paderborn Junfermann 1993, S. 19

9 ebda S. 43f

10 Willke, H. Systemtheorie. Eine Einführung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme. Stuttgart Fischer 1991, S.92

11 ebda S. 45

12 vgl. und Zitat ebda S.45ff, S. 47

13 vgl. und Zitate ebda S. 47f

14 vgl. und Zitate ebda S. 48f

15 vgl. ebda 50ff

16 ebda S. 72

17 vgl. und Zitat ebda S. 55

18 ebda S. 57

19 ebda

20 ebda S. 12

21 Augustinus zitiert nach ebda S. 12

22 Leibniz, vgl. ebda S. 13

23 vgl. und Zitate ebda S. 14

24 vgl. Messner,J. Das Naturrecht. Handbuch der Gesellschaftsethik, Staatsethik und Wirtschaftsethik, Berlin 1984, S. 304

25 ebda

26 Wieczorrek, a.a.O. S. 16

27 Willke, Systemtheorie. Eine Einführung ... Stuttgart 1991, S. 45; zitiert nach Wieczorrek a.a.O. S. 61

28 Schmidt, Gunther, Grundlagen systemischer Familientherapie ...in: Brennpunkte sozialer Arbeit. Schriftenreihe. Familientherapie. München Diesterweg 1985, S. 30

29 Willke a.a.O. 1991, S. 132

30 Wieczorrek a.a.O. S. 63

31 ebda

32 ebda S.63f

33 Ulsamer, L. Familie in der Zerreißprobe. Esslingen 1983, S.11; zitiert nach Wieczorrek S. 40

34 Braun, W. Einführung in die Pädagogik Bad Heilbrunn, Klinkhardt 1983, S. 22

35 Schulze, Tyrell & Künzler, Vom Strukturfunktionalismus zur Systemtheorie der Familie. in: Nave.Herz/Markefka, Handbuch der Familien- und Jugendforschung, Bd.1, Neuwied 1989, S.39

36 Schmidt, Gunther, 1985 a.a.O. S.31

37 Wieczorrek a.a.O. S. 66f

38 Schmidt 1985, a.a.O. S. 38

39 Wieczorrek a.a.O. vg. 68f

40 ebda vgl. und Zitate: Herlth, Die Bedeutung von Partnerbeziehungen für die Qualität der Familienerziehung. Beilage zu „Das Parlament“, B 17/93, S.29. Und Schmidt-Denter, U., Soziale Entwicklung, Weinheim 1988, S. 72f

41 ebda s. 17

42 vgl. Wieczorrek a.a.O. S. 95

43 Wieczorrek a.a.O. S. 71 vgl.

44 Willke 1991, a.a.O. S. 128

45 Bowlby, J. Das Glück und die Trauer. Herstellung und Lösung affektiver Bindungen. Stuttgart Klett-Cotta 1982, S.133

46 Wieczorrek a.a.O. S. 96

47 Ulsamer, L. Familie in der Zerreißprobe. Zur Situation der Familie in Deutschland. Esslingen Ulsamer 1994, S.59

48 vgl. ebda S. 97f

49 Wilhelm Rotthaus, Wozu erziehen? Entwurf einer systemischen Erziehung. Carl-Auer-Systeme Verlag, Heidelberg 1998, vgl. S. 59f

50 ebda S. 60ff

51 ebda S. 64

52 ebda

53 ebda S. 68f

54 ebda S. 71

55 ebda S. 72f

56 ebda S. 97

57 ebda S. 98

58 ebda

59 Spaemann, R.Moralische Grundbegriffe. München Beck 1991, S.34, zitiert nach Wieczorreck a.a.O. S. 100

60 Spaemann, zitiert nach ebda Ss.30;34;36

61 vgl. Willke a.a.O. 1991, S. 45

62 vgl. Spaemann a.a.O. S.61

63 Spaemann a.a.O. Ss. 61; 90f; 75

64 Wieczorreck a.a.O. S.100ff

65 ebda S. 104; Lang, H. Werte und Normen in der Erziehung. Christl. pädagogische Blätter 1985, 98/4. S.282

66 Rotthaus a.a.O. S. 132f

67 ebda S.134f

68 ebda S. 139

69 vgl. ebda S. 140 und 142ff

70 ebda vgl. S. 144

71 ebda S. 144

72 ebda S. 133

73 ebda S.150

74 ebda Ss 151ff

75 ebda S. 152

76 ebda. vgl.und Zitat S.152f

77 ebda S. 154 f

78 vgl. ebda S.160

79 ebda S. 163

80 ebda S. 164

81 Ferguson, München Knaur 1982, S. 366ff

82 Ferguson a.a.O. S. 373f

© Gertrud Dörner, 1999

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