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Herr Subregens Stübinger gab am 22.2.2010 in Eichstätt folgende Anregungen für die Fastenzeit

Die Zahl 40 hat in der Bibel die Bedeutung der Vollkommenheit: 10 für die Gebote Gottes und 4 für die Natur: 4 Jahreszeiten, 4 Elemente, 4 Himmelsrichtungen. Daraus ergibt sich die Zahl 40. Die Israeliten zogen 40 Jahre durch die Wüste, Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai, Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, die Zeit zwischen Auferstehung und Christi Himmelfahrt betrug 40 Tage. – Zum Sinn des Fastens: Fasten als Heilmittel für Leib und Seele – schon von Athanasius (4. Jh.) erwähnt – scheidet schädliche Stoffe aus und gibt dem Geist größere Klarheit.

 

Zum Fasten gehört auch die Enthaltsamkeit von Verleumdung und schlechten Gedanken. Augustinus: „Es geht beim Fasten nicht darum, seinen Leib zu hassen sondern nur, gegen die schlechten Gewohnheiten der Leidenschaften zu kämpfen“, diese dem Geist zu unterwerfen, aus den leiblichen und geistig-seelischen Abhängigkeiten – aus „Ägypten“ – auszuziehen. Dieser Auszug erfordert die Überwindung der Angst vor dem Neuen, der Angst vor der eigenen Freiheit, der Angst vor der eigenen Wahrheit im Vertrauen auf die Führung und Hilfe Gottes, die uns auch in Zuständen des Mangels tragen wird und Bitteres in Süßes verwandeln kann (vgl. Ex 15,22-25). Der Kampf um die Freiheit erfordert auch den Mut, sich von Menschen zu lösen, die uns in die alten Rollen drängen möchten, und uns stattdessen im Gebet an Gott zu binden. Durch Gebet und geduldiges Ertragen der Beschwerden des Fastens können wir auch Fürbitte leisten für andere Bedrängte. Fasten wirkt klärend und lösend: Der Mensch wird durchlässig für Gottes Herrlichkeit – das Gesicht des Mose strahlte Licht aus – und die Wahrnehmung wird sensibel für das Wesentliche, das Geheimnis Gottes in der Natur und in uns selbst.

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