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Die Sakramente


Was sind die Sakramente ?

Sakramente sind von Jesus Christus eingesetzte heilige Zeichen der Gnade, die bewirken, was sie bezeichnen. Zu einem Sakrament gehört also erstens die Einsetzung durch Jesus Christus, zweitens das äußere Zeichen und drittens die innere Gnadenwirkung.

Wie hat Jesus Christus die Sakramente eingesetzt ?

Alle Sakramente des Neuen Bundes wurden gemäß seinem freien Willen und dem göttlichen Ratschluss von Jesus Christus unmittelbar und persönlich eingesetzt.

Wie viele Sakramente gibt es ?

Es gibt 7 Sakramente, sie heißen: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Weihe, Ehe.

Welche Gnade teilen die Sakramente mit ?

Die Sakramente teilen die heiligmachende und die helfende Gnade mit.

Was ist Gnade ?

Gnade ist jede innere, übernatürliche Gabe, die uns Gott schenkt, damit wir die ewige Seligkeit erlangen. Um sie zu erhalten, müssen wir darum beten und die Sakramente empfangen.

Was ist die heiligmachende Gnade ?

Die heiligmachende Gnade wird uns in der Taufe geschenkt. Sie ist heiliges, übernatürliches göttliches Leben. Sie macht uns zu Kindern Gottes und Erben des Himmels. Sie befähigt uns, heilig zu werden. Ohne sie kann man nicht in den Himmel kommen. Die heiligmachende Gnade wird durch die lässliche Sünde geschwächt, sie geht ganz verloren durch die Todsünde, wir erhalten sie wieder durch eine gute heilige Beichte.

Was ist die helfende Gnade ?

Die helfende Gnade ist nicht zum Heil notwendig, aber sie hilft uns vor allem durch den Empfang der übrigen Sakramente, das göttliche Leben in uns zu bewahren und wachsen zu lassen. Sie bewegt außerdem unseren Willen, dass wir das Gute tun und das Böse meiden.

Was ist zur Spendung eines Sakramentes erforderlich ?

Zur Spendung eines Sakramentes sind drei Dinge erforderlich: erstens die Materie (z.B. das Wasser bei der Taufe), zweitens die Form (z.B. bei der Taufe die Worte: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.") und der Spender, der die Absicht haben muss, das zu tun, was die Kirche tut.

Wer ist der Spender der Sakramente ?

Der eigentliche Spender ist Jesus Christus, in dessen Sendung und mit der von ihm übertragenen Weihevollmacht nur die Bischöfe, Priester und Diakone sakramentale Handlungen vornehmen können. Im Notfall kann jeder Mensch, der die rechte Absicht hat, die Taufe spenden. Das Sakrament der Ehe spenden sich die Eheleute gegenseitig.

Wann werden die Sakramente gültig gespendet ?

Zur gültigen Spendung ist erforderlich, dass der Spender das Sakrament in der rechten Weise vollzieht und dass er die Absicht hat, das zu tun, was die Kirche tut. Wichtig: Die Gültigkeit und Wirksamkeit der Sakramente ist nicht abhängig von der Rechtgläubigkeit und vom Gnadenstand des Spenders.

Welche Voraussetzungen muss der Empfänger eines Sakramentes erfüllen ?

Sakramente können nur von lebenden Menschen empfangen werden bzw. im Sterben, so lange die Seele noch mit dem Körper verbunden ist. Zum gültigen Empfang des Sakramentes ist die richtige Absicht des Empfängers erforderlich; zum würdigen und fruchtbaren Empfang darüber hinaus die sittliche Verfassung: bei Taufe und Beichte sind dies Glaube und Reue, bei den übrigen Sakramenten muss die heiligmachende Gnade vorhanden sein, der "Stand der Gnade", der in der Regel durch vorherige Beichte erreicht wird.


Das Achte Gebot


Wie lautet das achte Gebot Gottes ?

Das achte Gebot lautet: "Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten."

Was gebietet Gott im achten Gebot ?

Gott gebietet uns im achten Gebot, überall und jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn immer möglich positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den Menschen möglich wird.

Was verbietet uns das achte Gebot ?

Das achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns neben dem falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die üble Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen Verdacht.

Welche Bedeutung haben Verleumdung und üble Nachrede für das alltägliche Zusammenleben?

Verleumdung und üble Nachrede haben für das alltägliche Zusammenleben der Menschen verheerende Folgen, weil durch falsches und ungeprüftes Weitererzählen von Behauptungen der Ruf und die Ehre eines Menschen geschädigt bzw. ruiniert werden kann. Dadurch kann die Glaubwürdigkeit einer Person angegriffen oder vernichtet werden, was einem schwerwiegenden Eingriff in die Würde des Menschen gleichkommt.

Wozu ist der verpflichtet, der dem guten Ruf des Nächsten geschadet oder ihn ruiniert hat ?

Wer dem guten Ruf des Nächsten durch Verleumdung und üble Nachrede geschadet oder ihn ruiniert hat, muss den begangenen Schaden nach Kräften wieder gutmachen. Oft ist dies aber gar nicht mehr möglich, weil die Rufschädigung weite Kreise gezogen hat oder dem Geschädigten unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat. Deshalb sollte man sich vorher gut überlegen, was man über andere verbreitet und vor allem dann, wenn Behauptungen ungeprüft und unsicher sind. Man darf sich im nachhinein nicht auf andere berufen, nur weil diese etwas erzählt haben. Für das, was man selber weitererzählt, ist man auch selber verantwortlich.

Was sagt der Katechismus der Katholischen Kirche über den Gebrauch der Massenmedien ?

"In der modernen Gesellschaft spielen die Massenmedien bei der Weitergabe von Information, der Förderung der Kultur und in der Bildung eine bedeutende Rolle. Infolge der technischen Fortschritte, des Umfangs und der Vielfalt der übermittelten Inhalte sowie aufgrund ihres Einflusses auf die öffentliche Meinung wird diese Rolle immer wichtiger. Die Information durch Medien steht im Dienst des Gemeinwohls (vgl. IM 11). Die Gesellschaft hat das Recht auf eine Information, die auf Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gründet. „Der richtige Gebrauch dieses Rechtes fordert aber, dass die Mitteilung inhaltlich stets der Wahrheit entspricht und bei Beachtung der durch Recht und menschliche Rücksichtnahme gezogenen Grenzen vollständig ist. Auch in der Form muss sie ethisch einwandfrei sein, das heißt beim Sammeln und Verbreiten von Nachrichten müssen die ethischen Grundsätze sowie die Rechte und Würde des Menschen beachtet werden“ (IM 5)." (KKK 2493-2494)

Welche Stellung kommt der Wahrheit und Schönheit der Kunst zu ?

"Weil der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen (vgl. Gen 1,26) ist, bringt er die Wahrheit seiner Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, auch durch die Schönheit seiner Kunstwerke zum Ausdruck. Die Kunst ist eine dem Menschen eigentümliche Ausdrucksform. Sie geht über das allen Lebewesen gemeinsame Streben nach dem Lebensnotwendigen hinaus; sie ist ein freies Überströmen des inneren Reichtums des Menschen. Einem vom Schöpfer geschenkten Talent und der Anstrengung des Menschen entstammend, ist die Kunst eine Form der praktischen Weisheit. In ihr vereinen sich Erkenntnis und Können (vgl. Weish 7,17), um der Wahrheit einer Wirklichkeit in einer dem Sehen oder dem Hören verständlichen Sprache Gestalt zu verleihen. Soweit sich die Kunst von der Wahrheit der Geschöpfe und der Liebe zu ihnen inspirieren lässt, weist sie eine gewisse Ähnlichkeit mit der Tätigkeit Gottes in der Schöpfung auf. Wie jede andere menschliche Tätigkeit hat die Kunst ihr absolutes Ziel nicht in sich selbst, sondern empfängt ihre Ordnung vom letzten Ziel des Menschen und wird durch dieses veredelt." (KKK 2501)


Das Sechste und Neunte Gebot


Wie lautet das sechste und das neunte Gebot Gottes ?

Das sechste Gebot lautet: "Du sollst nicht die Ehe brechen." Das neunte Gebot lautet: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Mann oder Frau."

Was gebietet Gott im sechsten und neunten Gebot ?

Das sechste und neunte Gebot will die Begegnung von Mann und Frau im geschlechtlichen Bereich ordnen und regeln, wobei das neunte Gebot bis in den Bereich der Gedanken vordringt. Jesus Christus hat die Ehe zu einem Sakrament erhoben, damit Mann und Frau ein ganzes Leben lang in Liebe und Treue zusammenleben und den Bund Gottes mit den Menschen bzw. den Bund Christi mit der Kirche darstellen können. Die Ehe ist der schützende Raum für die geschlechtliche Liebe zwischen Mann und Frau. Einheit und Unauflöslichkeit gehören zum Wesen der Ehe.

Was verbietet Gott im sechsten und neunten Gebot ?

Gott verbietet den vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr bzw. den Ehebruch. Vergewaltigung, Prostitution und Zuhälterei gehören zu den schweren Vergehen gegen diese beiden Gebote. Bigamie (Doppelehe) und Polygamie (Mehrehe) stellen einen vor Gott untragbaren Zustand dar. Blutschande (Geschlechtsverkehr unter Familienangehörigen) ist eine Perversion der Geschlechtlichkeit. Weitere Sünden gegen das sechste und neunte Gebot sind Pornographie durch unsittliche Filme oder Zeitschriften, der Gebrauch künstlicher Verhütungsmittel sowie die Masturbation (Selbstbefriedigung). Perversionen wie Geschlechtsumwandlungen sind ebenso wie homosexuelle Praktiken strikt abzulehnen. Unkeusche Gedanken und unkeusches Begehren sind Vergehen gegen das neunte Gebot und bilden die Vorstufe für Tatsünden.

Was ist Keuschheit ?

Keuschheit ist die gottgewollte Beherrschung des Geschlechtstriebes vor und in der Ehe. Die Tugend der Keuschheit macht uns stark, die Gebote und Ordnungen Gottes im Bereich des Geschlechtlichen anzuerkennen und danach zu leben.

Was ist Schamhaftigkeit ?

Schamhaftigkeit ist die ehrfürchtige Scham vor der Preisgabe der eigenen und der fremden Intimsphäre im geschlechtlichen Bereich. Die Schamhaftigkeit ist gleichsam wie ein Schutzwall um die Tugend der Keuschheit zu bewahren.

Wie steht die Kirche zu "wiederverheirateten" Geschiedenen ?

Der Ausdruck "wiederverheiratet geschieden" ist irreführend und täuscht über die Tatsache hinweg, dass kirchlich gültig geschlossene Ehen, die vom Staat "geschieden" werden, vor Gott bestehen bleiben. Mann und Frau dürfen demnach nicht in einer neuen Verbindung wie Eheleute zusammenleben. Tun sie das dennoch, so leben sie im Ehebruch und laden daher dauernd schwere Schuld auf sich. Wenn sie nicht bereit sind, diese Lebensweise aufzugeben, können sie auch nicht zur Beichte gehen, denn die Beichte setzt den Vorsatz zur Besserung voraus. Deshalb können sie, da sie im Zustand einer schweren Sünde sind, nicht die heilige Kommunion empfangen. Aber sie sind nicht von der Kirche getrennt, sie können als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen, ja sie sind sogar dazu verpflichtet; z.B. zum sonntäglichen Besuch der hl. Messe. Da der Kommunionempfang nicht möglich ist (man würde sich selbst schaden, vgl. 1 Kor 11, 27-29), besteht doch die Möglichkeit, Jesus Christus geistig zu "empfangen" (sog. "Geistige Kommunion"). Wenn jemand seine Lebenssituation ehrlich betrachtet, und die Schlussfolgerung daraus zieht, nicht zur Kommunion zu gehen, zeigt er damit seine hohe Achtung vor diesem Sakrament. Sicherlich ist zu beachten, dass manche Menschen schuldlos in eine Situation gekommen sind, dass sie sich von ihrem Ehepartner trennen mussten. In diesem Zusammenhang ist es oft besonders schwer, aber eine christliche Aufgabe, erlittenes Unrecht als Kreuz in der Nachfolge Christi anzunehmen.


Das Siebte und Zehnte Gebot


Wie lautet das siebente und zehnte Gebot Gottes ?

Das siebente Gebot Gottes lautet: "Du sollst nicht stehlen." Das zehnte Gebot Gottes lautet: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut."

Worin besteht der Sinn dieser beiden Gebote ?

Das siebente und zehnte Gebot ordnet im menschlichen Zusammenleben den Bereich der materiellen Güter, Eigentum und Besitz, sowie den Bereich des geistigen Eigentums.

Gibt es ein Grundrecht auf Privateigentum ?

Ja, jeder Mensch hat ein Grundrecht auf Privateigentum. Doch jedes Privateigentum beinhaltet auch eine soziale Verpflichtung. Im äußersten Notfall ist alles Lebensnotwendige Gemeineigentum, denn dann steht die Sozialverpflichtung über dem Privatrecht.

Was gebietet uns Gott im siebenten Gebot ?

Im siebenten Gebot gebietet uns Gott, das von anderen geraubte Gut zurückzuerstatten, die schuldhaft angerichteten Schäden wieder gut zu machen, die Schulden und den gerechten Lohn der Arbeiter zu bezahlen. Es fordert uns auf, jegliches Eigentum eines anderen zu respektieren sowie die Natur als die Schöpfung Gottes zu nutzen und zu schützen.

Was verbietet uns das siebente Gebot ?

Das siebente Gebot verbietet uns, den Nächsten an Hab und Gut zu schädigen. Daher verbietet es uns die Diebstähle, die Beschädigungen, den Wucher, die Erpressung, die Betrügereien in Verträgen und im Handel und den Beistand zu solchen Schädigungen. Ebenso verbietet es die unsachgemäße Ausbeutung der Natur bzw. deren Beschädigung.

Was gebietet uns Gott im zehnten Gebot ?

Im zehnten Gebot gebietet uns Gott, gerecht und mäßig zu sein im Streben nach Verbesserung der eigenen Verhältnisse und mit Geduld die Beschränkungen und die übrigen Nöte zu ertragen, die vom Herrn zu unserem Verdienst zugelassen werden, da wir "durch viele Drangsale in das Reich Gottes gelangen müssen" (Apg 14,21).

Was verbietet uns das zehnte Gebot ?

Das zehnte Gebot verbietet uns die unmäßige Begierde nach Reichtümern ohne Rücksicht auf die Rechte und das Wohl des Nächsten. Es verlangt, den Neid aus dem Herzen der Menschen zu verbannen. Der Neid ist eine Hauptsünde. Er besteht darin, dass man traurig ist, weil es einem anderen gut geht, und maßlos danach verlangt, sich dessen Gut selbst auf ungerechte Weise anzueignen. Wer aus Neid dem Nächsten ein schlimmes Übel wünscht, begeht eine Todsünde.

Was sagt der Katechismus der Katholischen Kirche zur "kirchlichen Soziallehre" ?

"Die Kirche fällt auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet ein sittliches Urteil, „wenn die Grundrechte der menschlichen Person oder das Heil der Seelen es verlangen“ (GS 76). Im Bereich der Moral hat sie eine andere Sendung als die staatliche Gewalt: Die Kirche kümmert sich um die zeitlichen Belange des Gemeinwohls, weil diese auf das höchste Gut, unser letztes Ziel, hingeordnet sind. Sie ist bestrebt, die richtige Einstellung zu den irdischen Gütern und den gesellschaftlich wirtschaftlichen Beziehungen zu verbreiten." (KKK 2420)

Worin besteht der Sinn des Wirtschaftslebens ?

"Die Entfaltung des Wirtschaftslebens und die Steigerung der Produktion haben den Bedürfnissen der Menschen zu dienen. Das wirtschaftliche Leben ist nicht allein dazu da, die Produktionsgüter zu vervielfachen und den Gewinn oder die Macht zu steigern; es soll in erster Linie im Dienst der Menschen stehen: des ganzen Menschen und der gesamten menschlichen Gemeinschaft. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist — gemäß ihren eigenen Methoden — im Rahmen der sittlichen Ordnung und der sozialen Gerechtigkeit so auszuüben, dass sie dem entspricht, was Gott mit dem Menschen vorhat." (KKK 2426)


Das Fünfte Gebot


Wie lautet das fünfte Gebot Gottes ?

Das fünfte Gebot Gottes lautet: "Du sollst nicht töten."

Was gebietet uns Gott im fünften Gebot ?

Gott will, dass wir den Nächsten lieben wie uns selbst, ihm helfen und ihm nichts Böses tun. Wir sollen das eigene und das Leben des Mitmenschen schützen. Wir sollen es nicht unnötig in Gefahr bringen, nicht schädigen oder gar vernichten. Gott möchte, dass wir das Leben als sein Geschenk annehmen und die Gesundheit erhalten.

Die Werke der Barmherzigkeit

Das fünfte Gebot will uns nicht nur vor der Sünde bewahren, sondern auch dazu auffordern, das Gute zu tun und uns für das Leben einzusetzen. In diesem Zusammenhang sind die sieben leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit besonders wichtig. Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit heißen: 1. Hungrige speisen 2. Durstige tränken 3. Nackte bekleiden 4. Fremde beherbergen 5. Gefangene befreien 6. Kranke besuchen 7. Tote begraben. Die geistigen Werke der Barmherzigkeit heißen: 1. Sünder zurechtweisen 2. Unwissende lehren 3. Zweifelnden richtig raten 4. Trauernde trösten 5. Lästige geduldig ertragen 6. denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen 7. für Lebende und Tote beten.

Was verbietet uns Gott im fünften Gebot ?

Gott verbietet im fünften Gebot, Leib, Leben und Ehre eines anderen Menschen zu verletzen. Gott verbietet die bewusste und geplante Tötung eines Menschen (Mord). Niemand darf sich das Leben selbst nehmen (Selbstmord), Gott allein gibt und nimmt das Leben. Ebenso verbietet Gott die Tötung eines ungeborenen Kindes im Mutterleib (Abtreibung). Auch die Schädigung und Zerstörung der Natur stellt ein schweres Vergehen gegen das fünfte Gebot dar.

Was sagt der Katechismus der Katholischen Kirche zur Abtreibung ?

"Seit dem ersten Jahrhundert hat die Kirche es für moralisch verwerflich erklärt, eine Abtreibung herbeizuführen. Diese Lehre hat sich nicht geändert und ist unveränderlich. Eine direkte, das heißt eine als Ziel oder Mittel gewollte, Abtreibung stellt ein schweres Vergehen gegen das sittliche Gesetz dar." In der frühchristlichen Didache´ 2,2 heißt es: „Du sollst ... nicht abtreiben noch ein Neugeborenes töten“. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt: „Gott der Herr des Lebens, hat nämlich den Menschen die hohe Aufgabe der Erhaltung des Lebens übertragen, die auf eine menschenwürdige Weise erfüllt werden muss. Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuungswürdige Verbrechen“ (GS 51). (KKK 2271)

Wie steht die Kirche zur Sterbehilfe ?

Die Kirche unterscheidet die aktive von der passiven Sterbehilfe. Die aktive Sterbehilfe bedeutet, dass einem schwerstkranken oder sterbenden Menschen ein Giftstoff verabreicht wird, der sein Leben innerhalb kürzester Zeit beendet. Die aktive Sterbehilfe ist abzulehnen, weil kein Mensch das Recht hat, über das Lebensende eines Menschen zu entscheiden. Die passive Sterbehilfe hingegen ist vertretbar. Sie bedeutet, dass bei einem schwerstkranken oder sterbenden Menschen Medikamente abgesetzt oder medizinische Geräte abgeschaltet werden können, um den Leidens- oder Sterbeprozess nicht unnötig zu verlängern.

Kann man auch mit Worten verletzen oder töten ?

Ja, man kann auch mit Worten verletzen oder töten. In diesem Fall spricht man von Rufschädigung oder Rufmord. Wenn jemand verleumdet wird, indem Unwahrheiten über ihn verbreitet werden, kann es zu weitreichenden inneren Verletzungen kommen, die oftmals mindestens genauso schmerzhaft sind wie körperliche Verletzungen.


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