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Grundwissen Kirchengeschichte - Altertum, 2. Teil

Welche Sakramente standen in den ersten Jahrhunderten im Mittelpunkt?

Die Taufe, die durch Untertauchen und meist für Erwachsene nach einem zwei- bis dreijährigen Katechumenat gespendet wurde, sowie die heilige Eucharistie standen im Mittelpunkt des religiösen Lebens. Aber auch für die Spendung der fünf anderen Sakramente finden sich deutliche Hinweise.

Was verstehen wir unter Arkandisziplin?

Arkandisziplin nennt man die Praxis der alten Kirche, sich über Glaubensgeheimnisse nur dunkel auszudrücken, um sie vor Verunglimpfung durch die Heiden zu schützen.

Weiterlesen: Grundwissen Kirchengeschichte - Altertum, 2. Teil

Grundwissen Kirchengeschichte - Altertum, 1. Teil

Welche religiös-sittlichen Zustände herrschten bei der Ankunft Christi?

Das Judentum erwartete einen Messias als Befreier von äußerer Knechtschaft. Es war in folgende Parteien unterteilt: Sadduzäer (Liberalismus), Pharisäer (Gesetzlichkeit), und Essener (ordensmäßig gepflegtes Aszetentum). Das Heidentum zeichnete sich aus durch sittlichen Bankrott. Die Familie war im Zerfall, Ehescheidung auf der Tagesordnung. Auf sozialem Gebiet die Sklaverei. Die Sklaven waren oft verkommen, dabei waren sie die Erzieher der Jugend. Das Christentum hatte eine günstige Voraussetzung: Fast die ganze Welt bildete ein Reich, hatte eine Sprache; es gab gute Straßen, auf denen die Boten des Glaubens ziehen konnten.

Wie ging die Gründung und Ausbreitung der Kirche vor sich?

Jesus Christus hatte seine 12 Apostel berufen und ihnen entsprechende Vollmachten gegeben, um seine Kirche zu leiten, zu lehren und zu heiligen.

Weiterlesen: Grundwissen Kirchengeschichte - Altertum, 1. Teil

Die heilige Ehe


Was ist die Ehe ?

Die Ehe ist das Sakrament, das Mann und Frau bis zum Tode eines Partners unauflöslich vereint, wie Jesus Christus und die Kirche, seine Braut, vereint sind, und das ihnen die Gnade gibt, miteinander heilig zu leben und die Kinder christlich zu erziehen.

Wer ist Spender des Ehesakramentes ?

Spender des Ehesakramentes sind die Brautleute selbst, die die Ehe eingehen.

Müssen die Brautleute im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie die Ehe eingehen ?

Die Brautleute müssen im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie den Ehebund schließen, sonst begehen sie ein Sakrileg (Gotteslästerung).

Wie geht man den Ehebund ein ?

Den Ehebund schließt man durch das gegenseitige Ja-Wort vor dem Diakon, Priester oder Bischof und vor zwei Zeugen.

Ist die zivile Eheschließung eine rechtmäßige Verbindung zwischen Mann und Frau ?

Nein, die nur zivilrechtlich geschlossene Ehe ist keine Ehe, sondern bloße Formalität vor einem staatlichen Standesbeamten. Wer sich daher nicht kirchlich trauen lässt, ist vor Gott nicht verheiratet und lebt in einer sündhaften Beziehung.

Welche Pflichten haben die Eheleute ?

Die Eheleute haben die Pflicht, heilig zusammen zu leben, einander mit immerwährender Zuneigung in den geistigen und zeitlichen Bedürfnissen zu helfen und die Kinder gut zu erziehen, indem sie für ihre Seele nicht weniger sorgen als für ihren Leib und sie vor allem mit dem Wort und dem guten Beispiel zur Frömmigkeit und zur Tugend erziehen.

Welche Spiritualität gehört in die Ehe ?

Die christlichen Eheleute mit ihren Kindern bilden eine Hauskirche. Sie sind gerufen, am liturgischen Leben der Kirche in der Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente teilzunehmen. Zum gemeinsamen Vollzug des christlichen Lebens wird ihnen das Stundengebet, Morgen- und Abendgebet, Tischgebet, Schriftlesung, Sakramentenempfang, Herz-Jesu-Verehrung und Muttergottesverehrung und besonders das Rosenkranzgebet empfohlen. Das Gebet ist daher keineswegs ein Ausweichen vor den täglichen Anforderungen, sondern stärkster Antrieb für die Verwirklichung der familiären Aufgaben.

Welche Voraussetzungen müssen bei einer konfessionsverschiedenen Ehe gegeben sein ?

Die Trauung eines konfessionsverschiedenen Paares kann nur erlaubt werden, wenn der katholische Partner bereit ist, Gefahren des eigenen Glaubensabfalls zu beseitigen und nach Kräften alles zu tun, dass die Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden.

Wie steht die Kirche zu "wiederverheirateten" Geschiedenen ?

Der Ausdruck "wiederverheiratet geschieden" ist irreführend und täuscht über die Tatsache hinweg, dass kirchlich gültig geschlossene Ehen, die vom Staat "geschieden" werden, vor Gott bestehen bleiben. Mann und Frau dürfen demnach nicht in einer neuen Verbindung wie Eheleute zusammenleben. Tun sie das dennoch, so leben sie im Ehebruch und laden daher dauernd schwere Schuld auf sich. Wenn sie nicht bereit sind, diese Lebensweise aufzugeben, können sie auch nicht zur Beichte gehen, denn die Beichte setzt den Vorsatz zur Besserung voraus. Deshalb können sie, da sie im Zustand einer schweren Sünde sind, nicht die heilige Kommunion empfangen. Aber sie sind nicht von der Kirche getrennt, sie können als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen, ja sie sind sogar dazu verpflichtet; z.B. was den sonntäglichen Besuch der hl. Messe betrifft. Da der Kommunionempfang nicht möglich ist (man würde sich selbst schaden, vgl. 1 Kor 11, 27-29), besteht doch die Möglichkeit, Jesus Christus geistig zu "empfangen" (sog. "Geistige Kommunion"). Wenn jemand seine Lebenssituation ehrlich betrachtet, und die Schlussfolgerung daraus zieht, nicht zur Kommunion zu gehen, zeigt er damit seine hohe Achtung vor diesem Sakrament. Sicherlich ist zu beachten, dass manche Menschen schuldlos in eine Situation gekommen sind, so dass sie sich von ihrem Ehepartner trennen mussten. In diesem Zusammenhang ist es oft besonders schwer, aber eine christliche Aufgabe, erlittenes Unrecht als Kreuz in der Nachfolge Christi anzunehmen.


Grundwissen Kirchengeschichte - Einführung

Was verstehen wir unter Geschichte?

Die Geschichte hat Ereignisse innerhalb der Menschheit zum Inhalt, die zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssen mit dem Ringen der Menschheit um das Ideal wahren Menschentums in Freiheit und Vernunft in innerem Zusammenhang stehen und als Einzel- oder Massenerscheinungen für die Gesamtheit von Bedeutung sein.

Was ist nach dem Alten Testament das Ziel der Geschichte?

Ziel der Geschichte ist die Verwirklichung des Reiches Gottes. Sie wird herbeigeführt durch den Messias des Volkes Israel, und auch die übrigen Völker sind dazu berufen, am messianischen Heil teilzunehmen.

Wie äußern sich die Evangelien über den Verlauf der Geschichte?

In der Geschichte waltet Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Ihr großer Mittel- und Wendepunkt ist die Menschwerdung Christi. Ihr Endziel ist das von dem erhöhten Christus herbeigeführte übernationale Reich Gottes. Diese Schau wird im weiteren neutestamentlichen Schrifttum bis hin zur Offenbarung des Johannes dann noch im einzelnen vertieft.

Wie wird die Kirchengeschichte eingeteilt?

Die Kirchengeschichte wird in drei Zeiträume eingeteilt: Altertum, Mittelalter und Neuzeit.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich das christliche Altertum?

Die Kirche lebt im Altertum innerhalb des römischen Weltreiches und des griechisch-römischen Kulturkreises. Wir rechnen diesen Zeitraum von der Gründung der Kirche bis zum Abschluss der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert (586 Einbruch der Langobarden in Italien). Eine Unterteilung ergibt das Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313. Vor ihm lebte die Kirche im heidnischen, nachher im "christlichen" Römerreich.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich das christliche Mittelalter?

Die Kirche entfaltet sich im Mittelalter inmitten des germanisch-romanischen Volkstums. Dieser Zeitraum reicht etwa bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts und gliedert sich in vier Epochen.

a) Die erste Epoche, vom Ende des 6. bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts, wird durch umfassende Missionierungen eingeleitet (hl. Bonifatius 673 bis 754).

b) In der zweiten Epoche, dem Frühmittelalter, hat das Kaisertum über das Papsttum eine Vorherrschaft inne (Karl der Große 840, Otto I. 973). Sie dauert bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts (Synode von Sutri 1046, Heinrich III. setzt drei Päpste ab)

c) In der dritten Epoche, dem Hochmittelalter, steigt die Kirche zur Beherrscherin des christlichen Abendlandes auf. Sie ist das Zeitalter Gregors VII. und Innozenz´III. Sie dauert bis zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (Hinrichtung Konradins, des letzten Staufers, 1268)

d) Die vierte Epoche ist das Spätmittelalter, in dem die mittelalterliche Weltherrschaft des Papsttums ihr Ende erreicht. (Bonifaz VIII. 1303, Exil von Avignon, Schisma, beendet auf dem Konzil zu Konstanz 1415).

Über welchen Zeitraum erstreckt sich die christliche Neuzeit?

  Die Kirche steht in der Neuzeit in der Auseinandersetzung mit einer Kultur, die sich ihrem Einfluss entzieht und gliedert sich in drei Epochen.

a) Ihre erste Epoche, die sich bis zum Beginn der Aufklärung erstreckt, ist als Ganzes gesehen, noch offenbarungsgläubig. Sie wird eingeleitet durch Renaissance und Humanismus, etwa seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, und führt zu der großen abendländischen Glaubensabspaltung des 16. Jahrhunderts.

b) Die zweite Epoche, das 18. Jahrhundert, geht über eine kritische ud negative Haltung gegen die Kirche als solche weit hinaus. Hier erfährt schon das Christentum als solches eine Ablehnung. (Beginn der Französischen Revolution 1789)

c) In der dritten Epoche, die das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart erfasst, steht die Kirche in der Auseinandersetzung mit einer modernen Kultur, die auch den Glauben an Gott weitgehend nicht mehr bejaht.

Die heilige Priesterweihe


Was ist die Priesterweihe ?

Die Priesterweihe ist das Sakrament, das die Vollmacht verleiht, die heiligen Handlungen des allerheiligsten Altarsakramentes und die für das Heil der Seelen vorzunehmen. Die Priesterweihe prägt das unauslöschliche Merkmal eines Dieners Gottes ein.

Wer ist der Spender der Priesterweihe ?

Spender der Priesterweihe ist der Bischof, der durch Handauflegung, Gebet und das Überreichen der der Priesterweihe eigenen heiligen Gegenstände den Heiligen Geist und die heilige Gewalt gibt, indem er die Worte der vorgeschriebenen Form spricht.

Warum heißt das Sakrament der Priesterweihe, das zu Dienern Gottes macht, auch Ordo ?

Das Sakrament, das zu Dienern Gottes macht, heißt auch Ordo, weil es verschiedene Grade von Dienern umfasst, von denen der eine dem anderen unterstellt ist, woraus die heilige Hierarchie folgt.

Welches sind die Stufen der heiligen Hierarchie ?

Die Stufen der heiligen Hierarchie sind das Diakonenamt, das Priesteramt und das Bischofsamt.

Ist die Würde des Priestertums groß ?

Die Würde des Priestertums ist äußerst groß, weil es die Gewalt über den eigentlichen Leib Jesu Christi besitzt, den es im allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig setzt, und die Gewalt über den mystischen Leib Jesu Christi (die Kirche) mit seiner erhabenen Mission, die Menschen zur Heiligkeit und zum ewigen Leben im Himmel zu führen.

Welche Absicht muss derjenige haben, der in den Priesterstand eintritt ?

Wer in den Priesterstand eintritt, darf einzig auf die größere Ehre Gottes und das Heil der Seelen abzielen.

Darf jemand nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten ?

Nein, niemand darf nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten, sondern er muss von Gott durch den eigenen Bischof berufen sein, das heißt, er muss zusammen mit der Berufung auch die Tugenden und die Haltungen für den heiligen Dienst haben, die der Priesterstand erfordert.

Welche ist die dem Priester angemessene Lebensform ?

Die dem Priester angemessene Lebensform ist die des Zölibates (Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen), weil Jesus Christus selber ehelos war und weil er den Aposteln diese Lebensform empfohlen hat: "Wer das erfassen kann, der erfasse es." (Mt 19,12)

Wie wird der Priesterstand in der Welt sichtbar gemacht ?

Der Priester soll als solcher erkenntlich sein, das heißt, er soll die Priesterkleidung tragen und ein beispielhaftes christliches Zeugnis geben.

Können auch Frauen zu Priestern geweiht werden ?

Nein, Frauen können nicht zu Priestern geweiht werden. Papst Johannes Paul II. hat 1994 in dem Apostolischen Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" in aller Deutlichkeit erklärt: "Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben."

Welche Pflichten haben die Gläubigen gegenüber denen, die zum Priestertum berufen sind ?

Die Gläubigen haben die Pflicht, den Kindern und Untergebenen volle Freiheit zu lassen, ihrer göttlichen Berufung zu folgen. Sie sollen Gott um gute Hirten und Diener bitten und in diesem Anliegen Opfer bringen. Schließlich haben die Gläubigen die Pflicht, die Priester als gottgeweihte Personen hochzuachten und ihnen zu gehorchen, insofern sie übereinstimmen mit Lehre, Recht und Ordnung der Kirche und von ihnen nichts Gegenteiliges bzw. Sündhaftes verlangen.


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