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Die kirchliche Lehre von den Letzten Dingen

Was geschieht bei unserem Tod ?

Die unsterbliche Seele trennt sich vom Körper, der mit der Zeit zu Staub zerfällt. Die Seele kommt vor das `Besondere Gericht´ Gottes und muss Rechenschaft über sich selbst ablegen. Jesus Christus wird uns richten über das Gute und Böse, das wir im Leben begangen haben, sowie über unsere Gedanken und Unterlassungen (vgl. Hebr 9, 27; Sir 11, 26; Röm 14, 12).

Wohin kommt die Seele nach dem `Besonderen Gericht´ ?

Sie kommt entweder in den Himmel, ins Fegefeuer oder in die Hölle.

Begriffe: Sünde, Sündenschuld, Sündenstrafe

Die Begriffe Sünde, Sündenschuld und Sündenstrafe sind voneinander zu unterscheiden. Die Sünde ist eine Tat, bei sich der Mensch gegen Gottes Gebot vergeht. Eine Sünde zieht eine Sündenschuld und eine ewige und zeitliche Sündenstrafe nach sich. Die Sündenschuld und die ewige Sündenstrafe wird einem in der Beichte vergeben. Für die zeitliche Sündenstrafe muss man eine Buße verrichten: entweder hier auf Erden oder in der Ewigkeit (vgl. Mt 12, 32b)

Welche Seele kommt in den Himmel ?

Direkt in den Himmel kommt die Seele, die frei ist von der Erbsünde sowie von schwerer und leichter persönlicher Sündenschuld und den damit zusammenhängenden Sündenstrafen. Kurz: die Seele, die sich im Stand der heiligmachenden Gnade befindet. Der Himmel ist die unvorstellbar schöne ewige Glückseligkeit bei Gott und allen Engeln und Heiligen.

Welche Seele kommt in das Fegefeuer ?

In das Fegefeuer kommt die Seele, die von der Erbsünde sowie von schwerer persönlicher Sündenschuld frei, aber mit leichter Sündenschuld oder Sündenstrafen behaftet ist. Im Fegefeuer verbringt die Seele eine Zeit der Läuterung und Reinigung, die jeden Rest von Sünde aus ihr tilgt, um sie zur Anschauung Gottes würdig zu machen. Es ist eine Gnade Gottes, dass es das Fegefeuer gibt.

Welche Seele kommt in die Hölle ?

In die Hölle, dem Ort ewiger Qual und Gottesferne, kommt die Seele, die in schwerer persönlicher Sündenschuld gestorben ist, ohne sie im geringsten bereut zu haben. Von schwerer persönlicher Sündenschuld spricht man dann, wenn jemand für seine Sünde verantwortlich ist , indem er mit klarer Einsicht und vollem Willen in wichtiger Sache gegen Gottes Gebot verstoßen hat.

Was erwartet uns am Ende der Welt ?

Am Ende der Welt erwarten uns die Auferstehung des Fleisches und das `Allgemeine Gericht´. Jesus Christus wird an einem Tag, den wir nicht kennen, wieder sichtbar auf diese Erde zurückkehren, um die Lebenden und die Toten zu richten. "Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet." (Mt 25, 32)

Was bedeutet Auferstehung des Fleisches ?

Auferstehung des Fleisches bedeutet, dass sich der Leib des Menschen durch die Kraft Gottes am Ende der Welt wieder zusammensetzen und mit der Seele vereinigen wird. Wie das geschehen wird, ist für uns unbegreiflich. Doch für Gott ist nichts unmöglich. Für die ganze Ewigkeit erhalten die verdammten Seelen einen hässlichen, die geretteten Seelen aber einen wunderschönen verklärten Leib.

Was bedeutet ewiges Leben ?

Ewiges Leben bedeutet, dass sowohl die Belohnung als auch die Bestrafung in alle Ewigkeit fortdauern werden und dass die Anschauung Gottes die wahre Glückseligkeit der Seele sein wird. Währenddessen bedeutet der Verlust der Anschauung Gottes die höchste Unglückseligkeit.

Kann jemand beurteilen, ob ein Verstorbener im Himmel, im Fegefeuer oder in der Hölle ist ?

Niemand kann über einen bestimmten Menschen ein sicheres Urteil fällen, ob dieser im Himmel, im Fegefeuer oder in der Hölle ist. Denn keiner außer Gott kann von einem anderen genau wissen, in welchem Seelenzustand jemand gestorben ist. Selbst wenn jemand in schwerer Sünde gestorben ist, weiß doch niemand genau, in welchem Grad der Einsicht und des Willens jene Sünde begangen wurde bzw. ob nicht doch ein innerlicher Akt der Reue geschehen war. Allerdings gibt es Ausnahmen: Nach dem Tod eines getauften Kindes, das noch nicht den Vernunftgebrauch erlangt hat, kommt seine Seele ohne jeden Zweifel in den Himmel. Außerdem sind diejenigen Seelen ganz sicher im Himmel, die ein Papst selig- oder heiliggesprochen hat.

Können wir den Seelen im Fegefeuer helfen und sie sogar daraus befreien ?

Oft leben wir Christen aus der Hoffnung, dass unsere Verstorbenen gerettet und wenigstens im Fegefeuer sind. Wir können den Seelen im Fegefeuer helfen und sie sogar daraus befreien mit  Gebeten, Ablässen und  guten Werken. Sinnvoll ist es auch, am Grab eines Verstorbenen Weihwasser bereitzuhalten oder beim Weihwassernehmen in der Kirche bewusst etwas für die Armen Seelen auf den Boden zu tröpfeln. Die größte Hilfe können wir ihnen jedoch mit dem heiligen Messopfer zuwenden.

Was ist ein Ablass ?

Der Ablass ist Erlass einer zeitlichen Sündenstrafe, die hinsichtlich ihrer Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der Christgläubige, der recht bereitet ist, unter genau bestimmten Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet. Der Ablass ist Teilablass oder vollkommener Ablass, je nachdem er von der zeitlichen Sündenstrafe teilweise oder ganz freimacht. Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen fürbittweise zugewendet werden.

Der vollkommene Ablass an Allerseelen

Vollkommene Ablässe an Allerseelen können nur für Verstorbene gewonnen werden:

a) die allgemeinen Bedingungen sind: Beichte, heilige Kommunion und Gebet nach der Meinung des  Heiligen Vaters (Vaterunser und Ave Maria). Diese Bedingungen können erfüllt werden auch mehrere Tage vor oder nach dem Ablasstag. Es muss ausgeschlossen sein jede Anhänglichkeit an eine Sünde, selbst an eine lässliche.

b) die besonderen Bedingungen sind: (1) ein Besuch in einer Kirche oder Kapelle am Allerseelentage, jeweils schon ab Mittag des Vortages, mit Gebet (Vaterunser und Glaubensbekenntnis) (2) Oder ein Friedhofsbesuch und dort Gebet für die Verstorbenen. Dieser Ablass kann an jedem Tag vom 1. bis 8. November gewonnen werden. Man kann nicht mehrere vollkommene Ablässe an einem Tag gewinnen. Eine Beichte reicht aus, mehrere vollkommene Ablässe an verschiedenen Tagen zu gewinnen, nicht aber eine einzige Kommunion und nicht das einmalige Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters.

Der vollkommene Ablass in der Sterbestunde

Wenn in der Sterbestunde oder kurz nach Eintritt des Todes (die Seele trennt sich ja langsam vom Körper) ein Priester geholt wird, wird dieser neben der Spendung der Krankensalbung den vollkommenen Ablass gewähren. Der Priester spricht: "Auf Grund der mir vom Apostolischen Stuhl verliehenen Vollmacht gewähre ich dir vollkommenen Ablass und Vergebung aller Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Die kirchliche Lehre von den Letzten Dingen zum Nachschlagen:

Im `Katechismus der Katholischen Kirche´ ist die `Lehre von den Letzten Dingen´ übersichtlich dargestellt und kann nachgelesen werden unter den Nummern 1020 - 1050.

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