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Marianische Spiritualität

Was versteht man unter Spiritualität ?

Unter Spiritualität versteht man das geistliche Leben des Menschen. Genauso wie der Körper eines Menschen auf Entwicklung und Wachstum ausgerichtet ist, muss das übernatürliche Leben der Gnade in uns wachsen. Denn in der Taufe ist uns die heiligmachende Gnade geschenkt worden, die uns auf geheimnisvolle Weise teilhaben lässt am Leben Gottes. Der Mensch muss als Kind Gottes wachsen, indem er die ihm geschenkten Fähigkeiten einsetzt, vor allem die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Aber auch die Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigkeit sowie die übrigen moralischen Tugenden und besonders die Gaben des Heiligen Geistes sind dabei wichtig.

Was ist marianische Spiritualität ?

Marianische Spiritualität bedeutet, dass die Entfaltung des übernatürlichen Lebens nach dem Beispiel Marias mit Hilfe ihres mütterlichen Wirkens geschieht.

Warum ist Maria bei der Entfaltung des geistlichen Lebens besonders beispielhaft?

Bei der Entfaltung des geistlichen Lebens kommt es insbesondere darauf an, den Willen Gottes zu erkennen und in die Tat umzusetzen. Maria hat gerade das auf vollkommene Weise vorgelebt und uns dadurch ein Beispiel gegeben (vgl. Lk 1, 26-38), zudem sie mit der Fülle der Gnade und der Heiligkeit ausgestattet war.

Worin zeigt sich das Vorbild Mariens konkret ?

Maria ist im besonderen ein Vorbild des lebendigen Glaubens, der unerschütterlichen Hoffnung und der glühenden Liebe und des hingebungsvollen Gehorsams gegenüber dem Vater im Himmel. Vorbild ist sie in ihrer Verfügbarkeit und Bereitschaft, das Wort Gottes zu hören und zu verwirklichen und in ihrem apostolischen Tun, ganz erfüllt von der Liebe zu Gott und den Menschen. Beispielhaft ist Maria auch in ihrer makellosen körperlichen und geistigen Jungfräulichkeit, die eine geistliche Grundhaltung des Menschen gegenüber Gott verkörpert. Papst Paul VI. nennt sie "Vorbild und Lehrmeisterin der Frömmigkeit für jeden Christen", ein "Vorbild jener Gottesverehrung, die das eigene Leben zu einer Opfergabe für Gott macht." Kurzum, sie ist exemplarisch für ein Leben in Gebet, in Beschaulichkeit und apostolischer Hingabe, in Liebe zu Gott und den Menschen.

Was sagt das Zweite Vatikanische Konzil zur Marienverehrung ?

Im 8. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche sagt das Konzil: "Maria wird durch Gottes Gnade nach Christus, aber vor allen Engeln und Menschen erhöht, mit Recht, da sie ja die heilige Mutter Gottes ist und in die Mysterien Christi einbezogen war, von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. (...) Dieser Kult, wie er immer in der Kirche bestand, ist zwar durchaus einzigartig, unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung, der dem menschgewordenen Wort gleich wie dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird, und er fördert diesen gar sehr. (...) Wie die Mutter Jesu, im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anfang der in der kommenden Weltzeit zu vollendenden Kirche ist, so leuchtet sie auch hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran."

Wie kann eine marianische Spiritualität im christlichen Alltag gelebt werden ?

Hervorzuheben ist das Gebet zu Maria. Erinnert sei an das dreimalige Angelus-Gebet bzw. in der Osterzeit das Regina Caeli und an das tägliche Rosenkranzgebet, in dem deutlich wird, dass uns Maria immer tiefer einführt in die Geheimnisse der Erlösung. Das Gebet zur Gottesmutter, insofern es verinnerlicht wird, ruft uns Christen auf, das Vorbild Mariens nachzuahmen und sich in den Tugenden zu üben. Schließlich übergibt sich der einzelne ihrer Führung und weiht ihr Augen, Mund und Herz, d.h. sein ganzes Leben. In einer vollkommenen Hingabe an Maria, wie sie der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort im "Goldenen Buch" aufgezeigt hat, gewinnt der einzelne als Kind Mariens Anteil an ihren Freuden, ihren Schmerzen und ihrem Jubel. Der hl. Maximilian Kolbe sagt deshalb: "Lassen wir uns doch von Maria führen, damit wir durch sie Jesus ähnlicher werden. Das ist der sicherste und vollkommenste Weg. Weihe dich ganz der himmlischen Mutter und siegreich wirst du alle Schwierigkeiten im Leben überwinden und du selbst wirst heilig, ein großer Heiliger werden."

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