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Wunder

Tatsachen:

Die Möglichkeit von Wundern stand in früheren Jahrhunderten für jedermann außer Zweifel. Seit der Aufklärungszeit aber schien es selbstverständlich, dass Wunderberichte - auch die der Evangelien - als Restbestände unaufgeklärter Zeit anzusehen und bestenfalls symbolisch gemeint sind.

Was ist davon zu halten ?

Die Leugnung von Wundern ist eine Folge zunehmenden Unglaubens. Ein Wunder ist aber ein außergewöhnliches Geschehen, das wir zwar wahrnehmen und bestaunen, nicht aber aus natürlichen Ursachen erklären können und das letztlich auf ein besonderes Eingreifen Gottes zurückzuführen und als göttliches Zeichen aufzufassen ist.

ARGUMENTATIONSHILFEN:

Kann Gott die Naturgesetzlichkeit, die er selbst in seine Schöpfung gelegt hat, durchbrechen ?

§         Es ist Anmaßung, Gott vorschreiben zu wollen, ob er in seine Welt eingreifen will. Nur wer einen persönlichen Gott leugnet, wird die Möglichkeit seines Eingreifens bestreiten.

§         Die moderne Naturwissenschaft sagt, dass die Naturgesetze nur im Rahmen der jetzt herrschenden Kräfteverhältnisse gelten. Sie sind also nicht absolut, sondern können unter anderen Bedingungen auch anders sein.

§         Wenn die Kugeln auf einem Billardtisch rollen, kann man ihren Ablauf genau bestimmen. Wenn jemand von außen eine Kugel neu anstößt, dann hört die Naturgesetzlichkeit der Kugeln nicht auf, sondern sie erhält neue Möglichkeiten, sich auszuwirken. So schließt auch die in der Welt wirkende Naturgesetzlichkeit ein außerordentliches Eingreifen Gottes nicht aus.

Hat Jesus Christus wirklich Wunder gewirkt ?

§         Die Taten Jesu sind Tatsachen. Die Evangelien haben höchsten geschichtlichen Quellenwert. Ihre Verfasser waren Augenzeugen des Lebens Jesu und bereit, für die Wahrheit ihrer Zeugnisse in den Tod zu gehen. Für erfundene Symbolgeschichten hätten sie ihr Leben gewiss nicht hingegeben.

§         Die Taten Jesu haben sich durchweg in aller Öffentlichkeit abgespielt, teilweise vor Tausenden von Leuten. Vor den gleichen Leuten wurden die ersten Predigten über Jesus gehalten, und als man die Evangelien niederschrieb, lebten ebenfalls noch viele Menschen, die alles selbst miterlebt hatten. Es ist also abwegig anzunehmen, es handle sich bei den zahlreichen Wunderberichten um klug ausgedachte Symbolgeschichten.

§         Kein Zeitgenosse dachte je daran, diese Taten Jesu oder die Berichte darüber in Zweifel zu ziehen (vgl. Apg 2,22f.), nicht einmal die schlimmsten Feinde Jesu stellten je die Tatsächlichkeit der Wundertaten in Frage. Sie versuchten lediglich, da sie die Tatsachen nicht leugnen konnten, sie als Teufelswerk oder Zauberei hinzustellen (vgl. Mt 12,22ff.).

Sind die Taten Jesu natürlicherweise erklärbar ?

  • Heute weiß man, dass bei der Gesundung eines Kranken seine seelische Bereitschaft eine große Rolle spielt, doch schwere organische Schäden können niemals durch derartige seelische Einwirkungen in einem Augenblick geheilt werden. Und gerade dies geschieht ja bei Jesus immer wieder: er heilt eine verdorrte Hand, ein abgehauenes Ohr oder blinde Augen, zehn Aussätzige heilt er auf einmal und er macht einen Toten, der vier Tage im Grab gelegen hat, lebendig: und dies alles mit einem Wort oder nur einer Geste vor aller Augen und ohne lange Vorbereitungen oder Heimlichkeiten, teilweise sogar aus der Ferne. Das alles ist natürlicherweise nicht erklärbar.
  • Auch für die Naturwunder, wie z.B. das Wandeln auf dem See, die plötzliche Stillung des Sturmes, den reichen Fischfang, die Brotvermehrung, gibt es keine Erklärungen, die sich aus den Naturgesetzen ergeben.

Aber finden sich nicht in der Geschichte anderer Religionen auch Wunder ? Abgesehen davon, dass, dass die Mehrzahl dieser Berichte legendär ist (wir wissen heute sicher, dass phantastische Wunder, die Mohammed oder Buddha zugeschrieben werden, Jahrhunderte später hinzugedichtet wurden), Jesus selbst weist auf Wunderzeichen falscher Propheten hin (vgl. Mt 24,24; 2 Thess 2,9).

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